für junge Menschen (w/d) ab 14 Jahren mit psychischen Beeinträchtigungen & Traumafolgestörungen
Therapeutische Mädchen*-Wohngruppe Myrrha
Schmidt-Ott-Straße 4
12165 Berlin
Telefon:
+49 30 7909 8033
Fax:
+49 30 7934 528
Email:
twg.myrrha@ejf.de
Die TWG Myrrha ist eine sozial- und traumatherapeutische Einrichtung für Mädchen* und jugendliche Frauen. Wir arbeiten in einem gemischtgeschlechtlichen multiprofessionellen Team. Das Team ist im Umgang mit Ängsten, Zwängen, Suizidalität, Essstörung, Suchtgefährdung, Beziehungsstörung, selbstverletzendem oder fremdgefährdendem Verhalten geschult.
8 Jugendliche und junge Volljährige (weiblich / divers) ab 14 Jahren mit schweren psychischen Beeinträchtigungen und Traumafolgestörungen (oft nach sexualisierter, psychischer oder körperlicher Gewalt)
Die TWG Myrrha hat langjährige spezialisierte Erfahrungen im Umgang mit den Folgen sexualisierter Gewalt. Im Lebensalltag der Jugendlichen verbinden wir pädagogisches Handeln und psychotherapeutisches Verstehen im eigenen therapeutischen Milieu, um Entwicklung und Verselbstständigung zu ermöglichen. Wir sichern die kontinuierliche konzeptionelle Weiterentwicklung im Rahmen von Qualitätsentwicklung, Supervision, interner und externer Fortbildung.
In der therapeutischen Mädchen*-Wohngruppe Myrrha werden acht Jugendliche und junge Volljährige (w/d) mit psychischen Beeinträchtigungen ab 14 Jahre rund um die Uhr betreut und therapeutisch (Psychotherapie und Kunsttherapie) über circa zwei Jahre begleitet. Die jungen Menschen kommen häufig aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie oder anderen stationären Einrichtungen und weisen vielfältige Traumafolgestörungen, nach sexualisierter, psychischer und/ oder körperlicher Gewalterfahrung sowie Vernachlässigung auf.
Als Folgeerscheinung von oft traumatischen Lebenserfahrungen haben die Jugendlichen Überlebensstrategien entwickelt, die in einer Vielzahl von Symptomen ihren Ausdruck finden. Dies sind in erster Linie Angststörungen, Depressionen, suizidale Krisen, selbstverletzendes oder fremdgefährdendes Verhalten sowie Suchtgefährdung und dissoziative Phänomene. Seit der Pandemie gibt es verstärkt Anfragen von jungen Frauen mit verschiedensten Ausprägungen von Ängsten. Hier sind vor allem soziale Phobien, wie z.B. Wege-Ängste, Schuldistanz, Mutismus zu nennen.
Entscheidend für eine Aufnahme in unsere Einrichtung ist, ob die Klient*in von dem spezifischen Rahmen und sozial- und traumatherapeutischen Konzept profitieren kann. Unterbringungsgrundlagen sind die §§ 27, 35a, ggf. i. V. m. 41 SGB VIII sowie bei Einzelvereinbarung über das SGB IX.
Mit unserem gemischtgeschlechtlichen, multiprofessionellen Team schaffen wir einen traumapädagogischen Rahmen und ein therapeutisches Milieu, um Entwicklung und Gesundung zu ermöglichen.
Der besonderen Situation unserer Bewohnerinnen begegnen wir mit einem in mehreren Jahren entwickelten sozialtherapeutischen Konzept. Sozialtherapeutisch bedeutet für unser multi-professionelles, gemischtgeschlechtliches Team, pädagogisches Handeln und psychotherapeutisches Verstehen im Lebensalltag miteinander in Einklang zu bringen.
Einen Schwerpunkt unserer Arbeit sehen wir darin, gemeinsam mit unseren Bewohnerinnen eine Tagesstruktur zu erarbeiten, die ihrer individuellen Situation und ihren Möglichkeiten entspricht und dafür Sorge zu tragen, dass diese verbindlich umgesetzt und gemäß den erworbenen Fähigkeiten weiter ausgebaut wird.
Ein weiterer Schwerpunkt besteht darin, ein tragfähiges Hilfenetz für die Klientinnen aufzubauen, das darauf ausgerichtet ist, den Gesundungs- und Verselbstständigungsprozess voranzutreiben. In Zusammenarbeit mit den jeweils beteiligten Institutionen (Jugendämter, Psychiatrien, Tageskliniken, ambulante TherapeutInnen, Schul- und Ausbildungsprojekte etc.) arbeiten wir an einem gemeinsamen Konzept der individuellen Hilfe- und Behandlungsplanung. Hierbei beziehen wir die Familien und das soziale Umfeld klientinnenorientiert in unsere Arbeit mit ein.
Frühe, insbesondere sexuelle Traumatisierung in der Kindheit beeinträchtigt im Zuge der Störung der Identitätsentwicklung auch die Entwicklung der Geschlechtsidentität. Insofern ist gerade in diesem Bereich ein geschlechtsspezifisches Angebot erforderlich, um eine Bearbeitung der Traumata zu ermöglichen und einen Schutzraum zu bieten, in dem die oftmals eingeengte bzw. diffuse Wahrnehmung der eigenen Weiblichkeit thematisiert und reflektiert werden kann. Der geschlechts-spezifische Rahmen ermöglicht den Austausch mit anderen Bewohnerinnen, die vergleichbare Erfahrungen gemacht haben. Das hieraus erwachsene Wir-Gefühl stärkt das Selbstwertgefühl der Klientinnen und trägt dazu bei, dass sie sich freier bewegen, zunehmend an ihren eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten orientieren können.
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