Keine weiteren Kürzungen im Kinderschutz!
Berliner Bündnis fordert Planungssicherheit für Präventions- und Interventionsangebote freier Träger, das EJF ist dabei.
Berlin/14.04.2025. Die renommierte Beratungs- und Behandlungseinrichtung „Kind im Zentrum“ des EJF ist Teil des Berliner Bündnisses spezialisierter Fachberatungsstellen zum Kinderschutz. Das Bündnis hat jetzt eine Initiative zur Zukunftssicherung von Fachberatungsstellen gestartet, die das EJF unterstützt.
Bundesweit ist die Situation von Fachberatungsstellen prekär, darauf wies zuletzt die Bundeskoordinierung spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend (BKSF) hin. Die wichtige Arbeit in der Prävention, Beratung und Behandlung von Opfern sexualisierter Gewalt und ihrer Angehörigen muss auch in Berlin in Zukunft gesichert werden. Dazu ist es wichtig, das Thema der sexualisierten Gewalt deutlicher in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und auf die politische Agenda zu setzen. Die gesellschaftliche Relevanz ist hoch, wie Daten der polizeilichen Kriminalstatistik 2024 und die jüngste Aufdeckung schwerster Straftaten im Darknet zeigen.
„Für einen effektiven Kinderschutz ist die Bereitstellung fachlich fundierter Beratungs- und Behandlungsangebote wichtig“, erklärt Karsten Köster, Fachleiter von „Kind im Zentrum“. „Sie sind für von sexualisierter Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche ebenso notwendig wie für Erwachsene, die in ihrer Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt erlebt haben.“
„Kind im Zentrum“ leistet mehr als die Behandlung und Beratung Betroffener. Es trägt dazu bei, dass das Wissen um Täterstrategien und um die Folgen sexualisierter Gewalt erweitert wird. Es bietet themenbezogen Bildungs- und Informationsveranstaltungen sowie Workshops und Beratungen für pädagogische Fachkräfte und Institutionen. Damit wirkt „Kind im Zentrum“ auch präventiv.
Die Arbeit der Fachberatungsstelle ist schon seit vielen Jahren nicht hinreichend durch das Land Berlin finanziert. Für dieses Jahr verschärft sich die Situation dadurch, dass nicht mal die üblichen Steigerungen der Personal- und Sachkosten durch das Land Berlin nachvollzogen werden. Die größer werdenden Lücken können nicht allein mit Spenden kompensiert werden.
Der präventive und reaktive Kinderschutz mit einer auskömmlichen Finanzierung spezialisierter Angebote wie „Kind im Zentrum“ und anderer Fachberatungsstellen im Berliner Bündnis sollten der öffentlichen Hand jeden Euro wert sein. Aus diesem Grund fordert auch das EJF angesichts der anstehenden Haushaltsverhandlungen eine klare Verantwortungsübernahme des Landes Berlin und unterstützt die Forderungen des Bündnisses nach einer sicheren Finanzierung.
Für weitere Informationen stehen Ihnen EJF-Verbundleiterin Nicola Kalff-Kunze und Karsten Köster, Fachleiter „Kind im Zentrum“, unter Tel. (030) 282 80 77 bzw. per E-Mail an fbs.kiz-berlin@ejf.de zur Verfügung.
„Kind im Zentrum“ bietet Unterstützung, wenn sexualisierte Gewalt gegen Kinder oder Jugendliche ausgeübt wurde oder der Verdacht darauf besteht. Die Angebote richten sich an Bezugspersonen, Fachkräfte, Kinder und Jugendliche, Institutionen, Beschuldigte und erwachsene Täter:innen. Seit 1987 arbeitet Kind im Zentrum multiprofessionell und mit einem systemischen Blick im Bereich sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Das Beratungsangebot wird über die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie finanziert. Daher sind Beratungen für Ratsuchende grundsätzlich kostenfrei.