Das Diakoniezentrum Heiligensee Unsere Geschichte

Das Diakoniezentrum Heiligensee liegt im Norden Berlins, eingebettet zwischen der Ruppiner Chaussee und der Keilerstraße, und erstreckt sich über ein Gelände von rund 16 Hektar. Was heute als einer der größten Berliner Standorte für soziale Angebote gilt, begann in den 1960er-Jahren mit einer mutigen Entscheidung: 1964 beschlossen die drei evangelischen Kirchengemeinden in Heiligensee gemeinsam mit dem Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk (EJF), das Gelände als Ort für diakonisches Leben und Arbeiten zur Verfügung zu stellen. Mit der Grundsteinlegung am 24. September 1966 begann ein außergewöhnliches Projekt, das seither kontinuierlich gewachsen ist.

Bild: Luftbild Mädchenheim. Am Bärensprung 46 bis 58 (links unten) und Turnhalle Keilerstraße 25 (mittig) um 1969.

Bereits 1968 eröffnete die erste Einrichtung. Das Mädchenheim bot mit 88 Plätzen jungen Frauen ein Zuhause und ermöglichte ihnen durch schulische und berufliche Angebote eine Perspektive für ein selbständiges Leben. In den folgenden Jahren kamen weitere Einrichtungen hinzu: 1972 das „Kinderviertel“ und ein Kinderhotel, kurz darauf eröffnete der Mutter-Kind-Bereich. Mitte der 1970er-Jahre begann der Ausbau der Lebensräume für Menschen mit Behinderung, welche bis heute feste Bestandteile des Diakoniezentrums sind. 

Bild: Service-Haus. Dambockstraße 70 und 72, am Marktplatz um 1977.
Bild: Lebensräume II. An der Wildbahn 131, erster Bauabschnitt um 1981.

Ein entscheidender Schritt in der Entwicklung war 1977 die Eröffnung des Servicehauses. Mit fast 300 Wohnungen, einer Kindertagesstätte, Gemeinschaftsräumen, Gewerberäumen, einer Schwimmhalle und dem Café am Markt bildet es bis heute das Herzstück des Geländes. Zugleich entstand der Marktplatz als zentraler Treffpunkt, auf dem das markante Grundstein-Kreuz bis heute an die Anfänge erinnert. Dieser Ort wurde von Beginn an bewusst als „Dorfplatz“ gestaltet, der Begegnung, Erinnerung und Gemeinschaft ermöglicht.

In den 1980er- und 1990er-Jahren wuchs das Diakoniezentrum stetig weiter. Neue Wohnanlagen auf dem Nordgelände, die heutige Fachschule für soziale Berufe, das Therapiehaus sowie zusätzliche Lebensräume für Menschen mit Behinderungen erweiterten die Vielfalt des Standortes. Werkstätten, Gärtnerei und Reitanlage boten zusätzliche Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten. Mit den Neubauten an der Ruppiner Chaussee und am Erich-Anger-Weg kamen in den 1990er- und 2000er-Jahren weitere Wohnungen hinzu. Zuletzt wurden 2020 drei moderne Wohngebäude eingeweiht, die das Gelände abrunden und Raum für zeitgemäßes, inklusives Wohnen bieten.

Bild: Luftbild Neubauten Nordgelände. Erich-Anger-Weg 11 bis 17 (mittig) um 2022.

Heute leben und arbeiten im Diakoniezentrum Heiligensee mehr als 2000 Menschen: Kinder, Jugendliche, Familien, Senior:innen sowie Menschen mit Behinderungen sowie mehrere hundert Mitarbeitende in Betreuung, Pflege, Therapie, Bildung, Verwaltung, Küche und Service. Zum Campus gehören eine Kindertagesstätte, eine Fachschule, Pflege- und Beratungsangebote, Therapiezentren sowie Freizeit-, Kultur- und Sporteinrichtungen. Mit Café, Großküche, Geschäften, Gewerbe und seelsorgerlichen Angeboten ist das Diakoniezentrum zu einem vielfältigen sozialen Standort gewachsen, der weit über den Norden Berlins hinaus Bedeutung hat.