Geschichte des EJF im Überblick

Den folgenden Abriss über die Geschichte des Trägers können Sie auch als Broschüre hier herunterladen ...

Ausgangssituation für die Gründung eines Rettungshausverbandes

Mit der industriellen Revolution im Deutschland des 19. Jahrhunderts gingen tiefgreifende soziale Folgen einher. Es war eine Zeit des Elends für große Teile der Bevölkerung: Die sozialen Zustände waren zum Teil verheerend, insbesondere in den Städten. Nicht nur Kinderarbeit und 16-Stundentag, sondern auch katastrophale Wohnverhältnisse, mangelnde gesundheitliche Versorgung, ungesicherte Lebensverhältnisse im Alter, Hunger und Verelendung waren an der Tagesordnung.

Zunächst waren es einzelne Persönlichkeiten, die sich aus christlicher Verantwortung dafür engagierten, den Menschen in Not zu helfen. Der evangelische Theologe und Sozialpädagoge Johann Hinrich Wichern, der in Berlin und Hamburg wirkte, war einer von ihnen. Unter seinem Einfluss entstanden um 1850 auch in der damaligen Provinz Brandenburg sogenannte Rettungshäuser in privater Trägerschaft örtlicher Vereine. Ohne großen Verwaltungsaufwand nahmen sie „gefährdete und verwahrloste“ Kinder und Jugendliche auf. Die Aufnahme erfolgte grundsätzlich auf freiwilliger Basis. Um ihre Unabhängigkeit zu wahren, lebten die Einrichtungen nur von Spenden und eigenen Erträgen und lehnten jegliche staatliche Hilfe ab. Freilich: Die Ansätze einer neuen Anstaltspädagogik (moderne, kindgemäße, fröhliche Erziehung), die durch die Rettungshausbewegung wirksam wurden, konnten sich landesweit nicht durchsetzen.

1878 erließ der Staat das „Gesetz zur Unterbringung verwahrloster Kinder in Erziehungsanstalten“, das sogenannte „Zwangserziehungsgesetz“. Er wollte damit der - angesichts der Verelendung in der Gesellschaft - auch unter Kindern und Jugendlichen stark steigenden Kriminalitätsrate begegnen. Mit der Aufnahme dieser „Zwangszöglinge“ kamen für die Rettungshäuser, die bis dahin ausschließlich mit freiwillig von den Eltern übergebenen Kindern belegt waren, neue Aufgaben hinzu. Um sie zu bewältigen, bildete sich eine „Ständige Rettungshauskommission“, der sich die meisten Rettungshausvorstände anschlossen. Die Kommission entwickelte sich weiter zur „Brandenburgischen Rettungshauskonferenz“, die zur Wegbereiterin der kommenden Fürsorgeerziehung wurde.

Aus der freiwilligen Zusammenarbeit selbständiger evangelischer Rettungshäuser ist die Arbeit des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks - als Verbandsarbeit - hervorgegangen.  

I. Ev. Jugend- und Fürsorgewerk EJF

I. Ev. Jugend- und Fürsorgewerk EJF

1894

Am 4. Dezember wird zu Berlin, unter dem Vorsitz des Reichs- und Landtagsabgeordneten Adolf Hennig, der "Brandenburgische Rettungshausverband" gegründet, um die weitverstreuten und zumeist vereinsamten Rettungshäuser zusammenzuschließen, zu beraten und in jeder Hinsicht zu fördern und um ihre Interessen nach außen hin zu vertreten. Daneben will der Verband in den Kirchengemeinden Verständnis und Liebe für die evangelische Arbeit an der gefährdeten Jugend wecken, auch um mit den Erträgen von besonderen Kirchenkollekten die Unterbringung von gefährdeten Kindern in Heim- und Familienpflege zu ermöglichen, für die anderweitig nicht gesorgt werden kann.

1900

Um 1900 löst das preußische "Gesetz über die Fürsorgeerziehung Minderjähriger" das Zwangserziehungsgesetz ab. Damit verbunden sind neue Aufgaben für den Verband und die daran angeschlossenen Rettungshäuser. Das neue Gesetz fordert christliche Erziehung, auch für die neu entstehenden staatlichen Erziehungsanstalten.

Folgerichtig ändert der Verband seinen Namen:

1901

"Kirchlicher Fürsorgeerziehungs- und Rettungshaus-Verband der Provinz Brandenburg".

Über seine Arbeit, zunächst bis zum 1. Weltkrieg, berichtet der Verband ausführlich in seinen "Mitteilungen" und Jahresberichten, die uns leider nur noch teilweise vorliegen.

Im 1. Weltkrieg treten die traditionellen Verbandsaufgaben zugunsten einer umfangreicheren Einzelfürsorge zurück.

Schon in Vorbereitung auf das kommende Reichsjugendwohlfahrtsgesetz (RJWG) 1922 und damit auf erneut erweiterte Aufgaben erfolgt bereits im 1. Weltkrieg die zweite Namensänderung:

1916

"Kirchlicher Erziehungs-Verband der Provinz Brandenburg e.V. (KEV)"

Nach dem 1. Weltkrieg überprüft der Verband seine Aufgaben.

1919

Zum 25jährigen Bestehen werden im Jahresbericht diese Aufgaben genannt:

Entlastung von der umfangreichen Einzelfürsorge und Rückkehr zu den Aufgaben einer Zentralstelle (Spitzenverband) mit Informations- und Fortbildungsveranstaltungen für die gesamte "Erziehungsarbeit der Evangelischen Kirche".

Die Aufgaben erstrecken sich auf den Gesamtbereich der offenen und geschlossenen Jugendfürsorge. Für die Kinderpflege (insbesondere der Arbeit in Kindertagesstätten) wird

1920

der "Evangelische Kinderpflege-Verband der Provinz Brandenburg" gegründet, zunächst unter gemeinsamer Geschäftsführung mit dem KEV.

1921

sind dem KEV 38 Heime angeschlossen, von denen zwei dem Verband selbst gehören.

Das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz prägt und bestimmt in dieser zweiten Periode der Ausweitung die Arbeit bis zum Ende des 2. Weltkrieges.

Nachdem in der Weimarer Zeit die Heimerziehung abgelehnt und eine "Entchristlichung" der Arbeit angestrebt wird, was zu einer starken Reduzierung von Heimplätzen führt, bekommt zu Beginn des Nationalsozialismus die private Wohlfahrtspflege wieder einen deutlichen Aufschwung.

1944

Zum 50-jährigen Bestehen des Verbandes (also noch während des Krieges) schreibt der damalige Vereinsgeistliche Pastor Bremer: ". . . So stehen wir auch im 6. Kriegsjahr zur weiteren Arbeit bereit. . . . Wenn er (Gott) unseren Dienst noch brauchen will, so wird keine Erdenmacht etwas daran ändern können. Zur Zeit heißt es durchhalten und nach den gegebenen Möglichkeiten das Unsere tun in stiller, fester Treue. . . . Auch die uns unbekannte Zukunft liegt allein in seiner Hand. . . ." (Über die Haltung des KEV zum Nationalsozialismus ist aus den Unterlagen sonst wenig herauszulesen.)

Bei Kriegsanbruch 1939 sind dem KEV 52 Kinder- und Jugendheime mit rund 3.300 Plätzen angeschlossen. Nach dem Krieg sind 5 Heime zerstört, 5 Heime müssen geräumt werden, 10 Heime liegen jenseits der Oder und Neiße, 10 Heime sind schwer beschädigt oder völlig ausgeplündert.

1945

ergibt eine erste Bestandsaufnahme 22 Heime mit rund 1400 Plätzen.

1950

Dritte Namensänderung: "Kirchlicher Erziehungsverband Berlin-Brandenburg e.V.".

Infolge der politischen Teilung Deutschlands beginnt die schmerzliche Trennung der Arbeitsgebiete in der DDR und in Berlin (West).

Im Kinderpflegeheim Wannsee wird die Arbeit mit geistig behinderten Kindern aufgenommen.

1954

Dem KEV als Spitzenverband haben sich wieder 60 Heime mit rund 3.870 Plätzen angeschlossen, von denen 24 Heime in West-Berlin, 3 Heime in Ost-Berlin und 33 Heime im Land Brandenburg liegen. Von diesen Heimen gehören dem KEV selbst 6 Heime in West-Berlin mit 369 Plätzen, 1 Heim in Ost-Berlin und 7 Heime im Land Brandenburg.

1958

In West-Berlin werden infolge der Landesjugendgesetzgebung die Fachverbands-Aufgaben des KEV (Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Kinder- und Jugendheime, Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Jugendaufbaudienst, Vormundschafts- und Adoptionswesen, Straffälligkeitsfürsorge für Jugendliche, Erziehungsberatungsstellen) auf den "Gesamtverband der Berliner Inneren Mission" - das spätere Diakonische Werk Berlin - übertragen.

Der KEV (West) bleibt Träger von vier der eigenen Kinder- und Jugendheimen in West-Berlin: Haus Lerchennest, Haus am Fichtenberg, Kinderpflegeheim Wannsee (heute Pastor-Braune-Haus) und Mädchenwohnheim mit Mutter-Kind-Abteilung in der Goethestraße.

Die Einrichtungen im Bereich der DDR verbleiben beim KEV-Ost, der hier ab

1960

als Werk der Landeskirche unter dem Namen "Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg" arbeitet.

1961

Durch den Mauerbau wird die Teilung des KEV noch gravierender. Vorstandsmitglieder, die ihren Wohnsitz in der DDR haben, werden daran gehindert, ihr Amt für den ganzen Verband auszuüben. Die Ungewißheit über die Dauer der politischen Teilung der Stadt zeigt sich auch darin, dass erst

1963

ein stellvertretender Vorsitzender aus West-Berlin "für die Dauer der Abwesenheit des Vorsitzenden" gewählt wird.

1964

Drei Kirchengemeinden stellen in Berlin-Heiligensee ein 160.000 qm großes Baugelände für die Schaffung neuer Einrichtungen der Diakonie zur Verfügung. Der Aufbau des "Diakoniezentrums Heiligensee" durch den KEV als Träger wird beschlossen.

1965

Als Folge dieser Ausweitung wird der Vereinszweck erweitert auf die "freie, wohlfahrtspflegerische Fürsorge an Menschen jeden Alters" und der Name erneut geändert in: "Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk e.V. (EJF)".

Die Namensgleichheit in Ost und West ist eine Botschaft über Grenzen und Mauern hinweg.

Die kommenden Jahre sind geprägt durch starke Planungs- und Bautätigkeit:

Abschluss von Erbbaurechtsverträgen mit den Kirchengemeinden in Heiligensee und Finanzierung des ersten Projektes im Diakoniezentrum, dem Mädchenheim;

Erwerb und Aufbau des Erholungsheimes "Haus Silberbach" bei Selb in Oberfranken;

Umzug des Kinderpflegeheimes Wannsee in einen Neubau in Lankwitz, der den Namen Pastor-Braune-Haus erhält.

1966

Städtebaulicher Ideenwettbewerb für das Diakoniezentrum und erste Grundsteinlegung für das gesamte Diakoniezentrum;

Architektenauftrag für das zweite Bauvorhaben in Heiligensee (Kinderviertel mit Kinderheim und Kinderhotel);

Umbau und Erweiterung vom Haus am Fichtenberg, Haus Lerchennest, Mutter-Kind-Haus Goethestraße und Haus Silberbach.

1968

beginnt die Arbeit im Mädchenheim.

1970

aufgrund der wachsenden Größe des Vereins entscheidet sich der Vorstand, ab 1970 zwei gleichberechtigte Geschäftsführer einzusetzen.

1971

Die Stephanus-Stiftung in Berlin-Weißensee übernimmt die Bewirtschaftung der ehemaligen Heime des KEV, die im Bereich der DDR liegen.

1972

wird das Diakoniezentrum Heiligensee mit seinen beiden ersten Einrichtungen (Mädchenheim und Kinderviertel) eingeweiht.

1973

wählen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den einzelnen Bereichen des EJF zum ersten Mal eine Mitarbeitervertretung. Eine Satzungsreform für das EJF wird zum Abschluß gebracht.

Im Diakoniezentrum wird der Grundstein für eine dritte Einrichtung, den Lebensraum für Menschen mit geistiger Behinderung, gelegt.

1974

wird die Einführung der "Arbeitsvertragsrichtlinien für Einrichtungen der Diakonie" (AVR) zum 1. Januar 1975 beschlossen.

1975

Das Pastor-Braune-Hauses feiert sein 25jähriges Bestehen.

Die Arbeit im "Lebensraum - Wohnbereich" im Diakoniezentrum Heiligensee mit 62 Plätzen beginnt, und der Grundstein für eine generationsgemischte Wohnanlage ServiceHaus wird gelegt.

Im Haus Silberbach ist ein Erweiterungsneubau mit Schwimmbad fertiggestellt.

Zum 80jährigen Bestehen des EJF wird Weg und Dienst des Werkes überdacht.

1976

Im Diakoniezentrum richtet das EJF, wegen der schlechten Vermittlungschancen für benachteiligte Jugendliche, eigene Ausbildungsplätze und berufsvorbereitende Lehrgänge ein.

1977

Ab Januar ist das Service-Haus mit ca. 300 Wohnungen für Senioren, alleinerziehende Mütter und Väter und für Mitarbeiter bezugsfertig; einen Monat später eröffnet die Kindertagesstätte mit 60 Plätzen ihre Arbeit.

Ein weiterer Abschnitt im Aufbau des Zentrums beginnt mit der Grundsteinlegung für den zweiten Bauabschnitt des "Lebensraumes", den Wohn- und Therapiebereich für schwerst- mehrfachbehinderte Menschen.

Im Oktober richtet der Lebensraum-Wohnbereich eine als "Trainingsgruppe" gestaltete Wohngemeinschaft mit 10 Plätzen ein, die in das Service-Haus zieht.

Im Haus am Fichtenberg wird mit der Fertigstellung des Erweiterungsbaus die Umstellung auf ein familiengegliedertes Kinder- und Jugendheim mit 60 Plätzen abgeschlossen.

1978

Eröffnung der ersten Läden im Diakoniezentrum Heiligensee: Frisiersalon, Lebensmittelgeschäft, Filiale der Sparkasse der Stadt Berlin West und Café-Restaurant.

Das Land Berlin erkennt das Mädchenheim im Diakoniezentrum anläßlich seines 10jährigen Bestehens als heilpädagogische Jugendhilfeeinrichtung an.

Im Dezember findet zum ersten Mal ein Nikolausmarkt des EJF in der Fußgängerzone in Tegel statt.

1979

Im Zuge einer seit Jahren geforderten grundsätzlichen Reform der Heimerziehung geraten die beiden Mädchenheime des EJF in die öffentliche Kritik einzelner sozialpolitisch engagierter Gruppen.

1980

Aufgrund freier Aufnahmekapazitäten im Mädchenheim beginnt die Aussiedlerarbeit mit der Aufnahme von zunächst 40 Menschen aus der Sowjetunion. (Mit Unterbrechungen wird die Arbeit mit Aussiedlern, Umsiedlern, Zuwanderern, Asylbewerbern - u.a. aus Rußland, Polen, der DDR, dem Iran und Sri-Lanka - entsprechend des Bedarfs durchgeführt.)

Auf der Grundlage einer neu entwickelten Geschäftsordnung gliedert sich die bisher zentrale Geschäftsführung ab 1. Juni in regionale Bereiche: Nord (Diakoniezentrum) und Süd (alle übrigen Einrichtungen).

Im Mädchenheim wird mit dem Bau eines Therapiegebäudes begonnen.

1981

Im Diakoniezentrum entsteht der "Raum der Stille" (Raum für Begegnungen, Gottesdienste).

Im März beginnt die Arbeit im Lebensraum II (Bereich für schwerst- mehrfachbehinderte Menschen).

Im Mai und im November finden erste Einführungsseminare für neue Mitarbeiter statt.

Der Berliner Krippenverein bietet dem EJF eine ehemalige Kinderklinik zur Übernahme an. Erste Planungen für ein integriertes Wohnkonzept beginnen: In der Karl-Schrader-Straße (in Schöneberg) sollen Wohngemeinschaften für Menschen mit geistiger Behinderung, Wohnungen für Familien und Mitarbeiter und Außenwohnungen der Kinder- und Jugendheime entstehen.

1982

Im Diakoniezentrum werden weitere Dienstleistungsbereiche und Gemeinschaftsseinrichtungen eröffnet: eine Bücherei (von Senioren des Service-Hauses ehrenamtlich geführt), eine Diakonie-/Sozialstation des Kirchenkreises Reinickendorf, eine Beratungsstelle für Alleinerziehende im Service-Haus.

Im Rahmen eines Senatsprogrammes werden 45 Ausbildungsplätze in den Bereichen Automechaniker, Schlosser, Tischler und Landschaftsgärtner eingerichtet.

Aus einer bisher ehrenamtlich geleisteten Arbeit mit Pferden heraus gründet sich der Reit- und Fahrverein im Diakoniezentrum Heiligensee e.V.

Das Kinderheim Lerchennest entwickelt das Arbeitstrainingsprogramm (ATP) Steglitzer Kinder- und Jugendheime.

1983

Zwei Entwicklungen der letzten Jahre werden besonders deutlich:

weiterhin expandierende stationäre Behindertenarbeit im Erwachsenenbereich unter finanziell unzureichenden Bedingungen und starke Veränderungen in der Jugendhilfe mit rückläufiger Heimbelegung.

Die Sparzwänge der öffentlichen Hand erfordern zunehmende Anstrengungen, Kürzungen abzuwenden. Das EJF wirkt bei der Erarbeitung von strukturellen Lösungen auf landespolitischer Ebene mit.

1984

Das Kinderhotel des Kinderviertels wird geschlossen.

In Haus Silberbach beginnen Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten.

Am 4.12. feiert das EJF sein 90jähriges Bestehen.

1985

Im März finden in Verbindung mit dem 90jährigen Bestehen des EJF Mitarbeiter-Seminare statt unter dem Gesamtthema:

"Wie kann unsere Arbeit im EJF in der Zukunft aussehen?"

Im September beginnt die Belegung der Karl-Schrader-Straße durch Behinderte des Lebensraumes - Wohnbereich.

Im November findet der erste EJF-Tag statt, ein internes Fortbildungsangebot zum Austausch von Praxiserfahrung.

1986

Im April wird die Behindertenarbeit in der Karl-Schrader-Straße ein eigenständiger neuer Bereich. Er trägt den Namen "Lebensraum im Stadtteil" und setzt sich zusammen aus Bewohnern von bereits bestehenden Behinderten-Außenwohn-gruppen in verschiedenen Stadtteilen Berlins und den Bewohnern des Hauses Karl-Schrader-Straße.

Der "Werkhof Schulzendorf GmbH" wird gegründet. (Ende 1990 aufgegeben)

Im November findet der erste Silberbacher Freundestag statt.

1987

Für den Erweiterungsbau des Lebensraumes für Schwerstbehinderte im Diakoniezentrum wird der Grundstein gelegt.

Im Dezember beginnt die Arbeit der sozialtherapeutischen Wohngruppe (Myrrha) in Wilmersdorf mit 12 Plätzen. Diese Wohngruppe für sexuell mißbrauchte Mädchen geht aus der Arbeit des Mutter-Kind-Hauses in der Goethestraße hervor.

1988

Ebenfalls aus der Arbeit der Goethestraße entwickelt sich das Projekt MüLe (Mütter lernen). In einem einjährigen Lehrgang werden junge Mütter zum einen auf die Prüfung zum erweiterten Hauptschulabschluß vorbereitet, zum anderen werden Grundkenntnisse moderner Büroarbeit vermittelt.

Der Grundstein für die Bauvorhaben im Nordgelände des Diakoniezentrums wird gelegt: eine Wohnsiedlung, in die zwei Wohnhäuser für geistig schwer- und schwerstbehinderte Menschen integriert werden sollen, Diakoniestation mit Kurzzeitpflege-Einrichtung, Gemeinschaftshaus, Gärtnerei und Reitanlage.

1989

Die ersten Wohnungen im Nordgelände sind bezugsfertig.

Aufgrund sich verändernder ökonomischer, sozialer und politischer Rahmenbedingungen überträgt der Vorstand einer Unternehmensberatung die Begutachtung der Struktur des EJF.

1990

Als Ergebnis der Unternehmensberatung gliedert sich das EJF seit dem 1.1.1990 in zwei organisatorische Bereiche: in das

Evangelische Jugend-und Fürsorgewerk e.V. mit speziellen Vereinsaufgaben, dem die Einrichtungen zugehören, die sich nicht aus Kostensätzen finanzieren und in die EJF gemeinnützige Heimbetriebs-GmbH, der alle Heime und Projekte zugeordnet sind, für die Kostensätze berechnet werden.

Im Nordgelände im Diakoniezentrum werden die restlichen Wohnungen bezogen, der Reitverein vollendet seine Um- und Neubaumaßnahmen.

Das Diakoniezentrum Heiligensee feiert sein 25-jähriges Bestehen.

1991

Das EJF besinnt sich auf seine "Wurzeln" und nimmt sich Aufgaben im Land Brandenburg an, in dem es vor fast 100 Jahren aus der Rettungshausbewegung entstand.

Die Heimbetriebsgesellschaft übernimmt im Juni die Trägerschaft für das Kinderheim "Am Talsand" in Schwedt an der Oder, das sich nach einer konzeptionellen Umstellung und Erweiterung heute zum Diakonisch-sozialpädagogischen Zentrum "Am Talsand" weiterentwickelt hat.

Im Juli kommt das Haus Marwitz (heute Haus im Wind), eine Einrichtung für geistig behinderte Erwachsene, in die Trägerschaft der Heimbetriebsgesellschaft. Das Kinderheim Marwitz gehörte vor dem Mauerbau dem KEV an und wurde vor der Wiedervereinigung von der Stephanus-Stiftung in Berlin-Weißensee verwaltet.

1992

Im Juni übernimmt das EJF ein leerstehendes siebengeschossiges Haus in der Darßer Straße in

Berlin-Hohenschönhausen, in dem Behindertenarbeit stattfinden soll. Umfassende Bauarbeiten sind nötig, bevor dort Menschen mit geistiger Behinderung einziehen können.

1993

Am 1.1.1993 gehen zwei Kinderheime des Magistrats Potsdam in die Trägerschaft des EJF über. Das Kinderheim "Eva Laube" liegt in Potsdam-Babelsberg, das Kinderheim "Zum großen Fenster" in Potsdam-Sacrow.

Am 1.4.1993 kommt eine weitere Einrichtung aus Schwedt in die Trägerschaft des EJF: das "Olga Benario-Haus", Lebensraum für Menschen mit geistiger Behinderung.

1994

Das EJF steht im 100sten Jahr seiner Gründung. Während des gesamten Jahres finden Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr statt: ein großes Kinderfest über 2 Tage im Freizeit- und Erholungszentrum "Wuhlheide" mit ca. 15.000 Gästen, zwei Symposien in den Bereichen Jugend- und Behindertenhilfe für Berlin und Brandenburg, zu denen Fachreferenten aus der gesamten Bundesrepublik Beiträge leisten, das Jahresfest und verschiedene Straßenfeste in Berlin, Potsdam und Schwedt, eine Ausstellung in einer Galerie mit Bildern und Keramikarbeiten von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung und der eigentliche Festakt, genau am 4. Dezember im Dom zu Berlin.

Auch 1994 erfolgen weitere Übernahmen von Einrichtungen, die bisher in kommunaler Trägerschaft standen:

Im Januar: das "Dr. Janusz Korczak Haus am Tierpark" in Berlin-Lichtenberg, eine Bezirkseinrichtung mit 135 Plätzen in verschiedenen Wohnbereichen und die dritte Einrichtung der Stadt Schwedt, die Integrationskindertagesstätte "Weg ins Leben". Speziell Kinder mit Sprachstörungen und verzögerter Sprachentwicklung werden hier betreut. Damit wird das EJF verstärkt in der Kindertagesstättenarbeit tätig.

Im Juli: die Kindertagesstätte "Am Kanal" in Potsdam, in der Kinder mit bronchialen Erkrankungen aufgenommen werden und - in einem neuen Bundesland tätig, in Sachsen-Anhalt - das Kinderheim in Wartenburg, das in einem kleinen Schloß untergebracht ist.

Im September unterzeichnet das EJF einen Vertrag mit dem Justiz- und dem Jugendministerium in Potsdam zur Schaffung einer Einrichtung der Jugendhilfe zur Abwendung von Untersuchungshaft. Die Arbeit in diesem Projekt soll im Frühjahr 1995 in Frostenwalde bei Schwedt beginnen.

Schon im Januar beginnt in der Darßer Straße die Arbeit mit dem Einzug der ersten 24 Bewohnerinnen und Bewohner.

Im November wird der Grundstein für einen Neubau für das "Olga Benario-Haus" in Schwedt gelegt, der im Jahr darauf bezugsfertig werden soll.

1995

Das Jahr beginnt mit weiteren Übernahmen von Einrichtungen aus kommunaler Trägerschaft:

Dem Kinder- und Jugendhaus "Grabensprung", einer Einrichtung für 14 Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung in Berlin-Marzahn, dem Kinder- und Jugendhaus "Am Fließ" in Eisenhüttenstadt, für z. Zt. 36 Kinder und Jugendliche, der Kindertagesstätte "West II" in Potsdam, jetzt Kita "Sonnenland" - mit insgesamt 197 Plätzen in den Bereichen Krippe, Kindergarten und Hort.

Die im Jahr zuvor geplante Jugendhilfeeinrichtung für straffällig gewordene Jugendliche zur Abwendung von Untersuchungshaft in Frostenwalde bei Schwedt wird eröffnet.

Die Kindertagesstätte im Diakoniezentrum Heiligensee, die bisher zum EJF e.V. gehörte, wird in die Heimbetriebsgesellschaft übergeleitet.

Zum EJF gehören nun insgesamt 30 Einrichtungen:

15 Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe

9 Einrichtungen der Behindertenhilfe

4 Kindertagesstätten

1 Wohnanlage für generationsübergreifendes Wohnen mit 146 Altenwohnungen

1 Erholungs- und Tagungsstätte in Silberbach bei Selb mit 130 Betten.

1996

Zum 1.1.1996 übernimmt das EJF die Trägerschaft für den bisher eigenständigen Verein "Kind im Zentrum" - KiZ. Die zwei Beratungsstellen des KiZ bieten sozialtherapeutische Hilfen für sexuell mißbrauchte Kinder und Jugendliche und deren Angehörige an.

Nach einjähriger Umbauphase wird im Juni die gänzlich umgestaltete Großküche im Diakoniezentrum Heiligensee wieder eröffnet. Mit Mitteln der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Technologie und des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung werden hier und im Ausbildungsbereich der Tischlerei eine Vielzahl umweltentlastender und energiesparender Maßnahmen umgesetzt.

Im Juni feiert das Kinder- und Jugendhaus "Zum großen Fenster" sein 50-jähriges Bestehen in Sacrow.

Zum 1.7.1996 wird das EJF Träger einer weiteren Kindertagesstätte in Schwedt/Oder, die sich bei der Übernahme den Namen "Oderspatzen" gibt.

1997

Zu Beginn des Jahres übernimmt das EJF die Trägerschaft für zwei Beratungsstellen für Ehe-, Familien-, Erziehungs- und Lebensfragen sowie für Schwangeren und Schwangerschaftskonfliktberatung aus der Trägerschaft des Diakonischen Werkes. Eine der Beratungsstellen liegt in der Stadt Brandenburg, die andere in der Stadt Prenzlau mit einer Außenstelle in Templin.

Zum 1. Juli 1997 werden die drei Einrichtungen "Myrrha", Haus Fichtenberg und Haus Lerchennest aus finanziellen, konzeptionellen und personellen Gründen zu dem Kinder- und Jugendhilfeverbund-Süd zusammengelegt.

Das Kinder- und Jugendhaus Grabensprung wird dem Lebensraum Darßer Straße zugeordnet. Für die Bewohner und Mitarbeiter der bisherigen Kleinsteinrichtung Grabensprung (14 Plätze) ergibt so ein größeres Maß an personeller, pädagogischer, therapeutischer und wirtschaftlicher Sicherheit und Qualität.

Im August übernimmt das EJF mit Verantwortung für eine Tagungs- und Begegnungsstätte, Haus Morgenland, in Berlin Lichterfelde, das bisher in der Trägerschaft des Berliner Missionswerkes stand. Es soll als Tagungshotel weiterentwickelt werden.

Am 1. September kommt eine weitere Kita zum EJF, die Kita Zwergenland, in Berlin-Lichtenberg.

1998

Auch im Jahr 1998 gibt es verschiedene Übernahmen von Einrichtungen bzw. werden neue

Projekte eröffnet:

Übernahme einer Suchtberatungsstelle in Prenzlau (März) und einer Beratungsstelle in Angermünde (Mai).

Im Juni eröffnet das DSPZ "Am Talsand" die Begegnungsstätte Turmhaus in Garz.

Der Neubau Heiligenseestraße - eine Erweiterung des Wohnbereiches Lebensraum I - wird fertiggestellt und im Juli eingeweiht. Im November eröffnet der Lebensraum I eine weitere neue Wohngruppe in einem Mietshaus am Klausener Platz.

Im August wird ein neues Projekt eröffnet, die "Insel" in Petershagen. Hier ist eine Einrichtung geschaffen worden für delinquente Kinder bis 14 Jahre.

Im September übernimmt das EJF eine kleine Kita in Felchow, Kreis Uckermark.

Der erste Bauabschnitt von umfassenden Umbaumaßnahmen des Dr. Janusz Korczak Hauses am Tierpark ist abgeschlossen, die neuen Wohngruppen werden im Juni eingeweiht.

Mitte des Jahres führen finanzielle, konzeptionelle, personelle und zum Teil räumliche Gründe zu einer Aufteilung der einzelnen Bereiche des Lebensraum im Stadtteil und des Haus im Wind in Marwitz in die verschiedenen Einrichtungen des EJF für Erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung.

Das Pastor-Braune-Haus erweitert sein Angebot durch zwei Integrative Wohngruppen, für behinderte und nichtbehinderte Kinder und Jugendliche.

Im Herbst präsentiert sich das EJF erstmals im Internet.

Am 4. Dezember lädt das EJF zu seinem 104. Geburtstag in die Friedenskirche in Potsdam ein zu einem Liederabend "Von Klassik bis Gospel".

1999

Das Jahr 1999 beginnt wieder mit der Übernahme von zwei Beratungsstellen in Berlin-Mitte und Berlin-Lichtenberg.

In der Ruppiner Chaussee im Diakoniezentrum Heiligensee wird im Januar der Grundstein für einen Neubau gelegt für weitere Wohnungen - ähnlich wie im Service-Haus - sowie verschiedene Wohngruppen im Bereich der Alten- und Behindertenhilfe. Außerdem entsteht hier Gewerberaum für Arztpraxen und weitere Geschäfte.

Ebenfalls im Januar muß das Kinder- und Jugendhaus "Zum großen Fenster" ein bis dahin genutztes Haus in Sacrow wegen Rückübereignung räumen. Die Kinder ziehen in ein Wohnhaus, direkt in Potsdam.

Im Mai wird der deutsch-polnische Landhof "Arche" in Groß-Pinnow eingeweiht, eine Begegnungs-, Erholungs- und Tagungsstätte zur Völkerverständigung, besonders für Kinder, Jugendliche und Familien aus den benachbarten Ländern. Im August finden hier die ersten Kunst- und Musiktage statt.

Ende Mai wird in Berlin-Marzahn der Grundstein für eine weitere Einrichtung der Behindertenhilfe gelegt, das Thomas-Fischer-Haus.

Das Kinder- und Jugendhaus Grabensprung zieht im Sommer in die Herzbergstraße um, da die bisherigen Räume in einem Klinikgelände wegen Sanierungsarbeiten geräumt werden mußten. Der Name wird demzufolge in Kinder- und Jugendhaus Herzbergstraße geändert.

Nachdem die Beratungsstelle FreiFrau in der Schlieperstraße in Tegel aus Kostengründen aufgegeben werden mußte, wird in den Räumlichkeiten im November ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener EJF-Einrichtungen die Kommunikations- und Beratungsstelle Schlieperstraße eröffnet. Angeboten werden: Soziale Gruppenarbeit, aufsuchende Familienarbeit, Frauen- und Familienberatung und Beratung für Menschen mit Behinderung.

Im Oktober und November werden zwei weitere Kindertagesstätten von der Stadtverwaltung Potsdam in die Trägerschaft des EJF übergeben: Die Kita "Waldhaus" im Ortsteil Bornstedt und die Kita "Clara Zetkin" im Holländerviertel.

Im Dezember feiert das EJF seinen 105. Geburtstag in der Trinitatiskirche in Wilmersdorf mit einem Orgel- und Geigenkonzert.

Einzug der Seniorenwohngemeinschaft im Diakoniezentrum Heiligensee Neubau Nord.

2000

Auch das neue Jahrtausend beginnt mit der Übernahme einer Kindertagesstätte der Stadt Potsdam. Zum 1. Februar kommt die Kita am Heiligen See, am Heiligen See in der Potsdamer Vorstadt gelegen, zum EJF.

März: Mit der Übernahme des Club 5 in Potsdam zum 1. März wird das EJF in einem neuen Zweig in der Jugendarbeit tätig. Der Club wird dem Kinder- und Jugendhaus "Zum großen Fenster" zugeordnet. In Frankfurt/Oder eröffnet das EJF ein Frauenhaus, das organisatorisch zum Kinder- und Jugendhaus "Am Fließ" in Eisenhüttenstadt gehört. Die vier Hotels des EJF sind erstmals auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin vertreten.

Mai: Das Kinderheim "Eva Laube" in Potsdam feiert sein 50-jähriges Bestehen.

Der Grundstein für eine neue Behinderteneinrichtung Lebensraum Debenzer Straße in Berlin-Biesdorf (Marzahn) gelegt, der Ende des Jahres fertig gestellt sein soll.

Tagespflege Bärensprung wird im Diakoniezentrum Heiligensee eingeweiht.

Im Juni wird das Thomas-Fischer-Haus eingeweiht. Als erste ziehen BewohnerInnen einer Behinderteneinrichtung aus Malchow ein, die am dortigen Standort aufgelöst wurde.

Das Thema "delinquente und straffällige Kinder und Jugendliche" wird im ersten Halbjahr auf politischer Ebene diskutiert und führt zu mehreren Besuchen der entsprechenden Ministerien und Senatoren von Brandenburg und Berlin in Julienwalde, Petershagen und Frostenwalde.

Nach jahrelanger Diskussion in verschiedenen Ebenen der Mitarbeiterschaft wird im August das Leitbild des EJF verabschiedet. Unter dem Motto "Miteinander - Füreinander" sind Haltung, Grundsätze und Ziele des EJF festgehalten.

Durch einen Bundestagabgeordneten wird im September Erde aus dem Diakoniezentrum geholt, um sie mit in das Bodendenkmal "Der Bevölkerung" im Innenhof des Bundestages (ehemaliger Reichstag) zu geben.

Im Dezember feiert das Pastor-Braune-Haus sein 50-jähriges Bestehen.

Der 106. Geburtstag des EJF wird in der Bartholomäuskirche in Berlin-Friedrichshain gefeiert mit einem Konzert des Pianisten Yakov Kreizberg und dem Tenor Jochen Kowalski.

2001

Im Januar 2001 eröffnet das EJF seine erste Einrichtung in Thüringen, die Jugendhilfeeinrichtung "Am Schiefergrund" in Röttersdorf zur Vermeidung von Untersuchungshaft für jugendliche Straftäter. Die Bildungseinrichtung für junge Mütter - MüLe - beginnt im Januar 2001 eine dreijährige überbetriebliche Ausbildung für junge Mütter zur Kauffrau für Bürokommunikation.

Ebenfalls im Januar kommt durch einen Trägerwechsel die Familienberatungs- und -bildungsstelle Kleeblatt vom Kindheit e.V. zum EJF. Sie geht mit der Beratungsstelle im Nöldnerstraße (Lichtenberg) des EJF zusammen und nennt sich "Familie im Zentrum".

Im Juni beginnt die Arbeit in der Debenzer Straße in Biesdorf-Süd. In einem Haus finden die Kinder und Jugendlichen aus dem Grabensprung, die zum Lebensraum Darßer Str. gehören, nun ihr endgültiges Zuhause.

In zwei weiteren Häusern leben Erwachsene mit Behinderungen. In zwei Gruppen beginnt das EJF mit einem neuen Aufgabengebiet: Es werden Menschen begleitet und unterstützt, die infolge eines Unfalls oder einer Krankheit schwer behindert sind und nicht mehr in ihrem bisherigen Umfeld leben können.

Einen weiteren neuen Aufgabenbereich übernimmt das EJF ebenfalls im Juni mit der Eröffnung eines Mädchennotdienstes in Lichtenberg. Hier finden Mädchen in einer Not- oder Krisensituation Rat und Hilfe und können bis zur Klärung ihrer Lage im Notdienst wohnen.

Am 30. Juni feiert das Diakonisch sozialpädagogische Zentrum "Am Talsand" in Schwedt sein 20-jähriges Bestehen und die 10-jährige Zugehörigkeit zum EJF.

Im Juli feiert die Kindertagesstätte am Heiligen See ihr 50-jähriges Bestehen.

Am 31. August übergibt die Brandenburger Kleinstadt Bergfelde bei Berlin die Schlüssel für die neu errichtete Kindertagesstätte "Am Zauberwald" dem EJF. Dazu gehört auch der Hort "Sonnenschein", der allerdings in dem alten Kitagebäude verbleibt.

Am 4. Dezember feiert das EJF sein 107-jähriges Bestehen im Nikolaisaal in Potsdam. Das Festkonzert gestalteten die Pianistin Sophie Mautner und die Sängerin Angelika Milster.

2002

Im März kommt die von der Stadt Potsdam am Bornstedter Feld neu erbaute Kindertagesstätte "Entdeckerland" zum EJF.

Am 31. Mai wird eine neue Therapie- und Mehrzweckhalle im Pastor-Braune-Haus in Berlin-Lankwitz übergeben.

Am 18. September wird in Berlin-Köpenick der Lebensraum Ahornweg, ein Wohnprojekt für Autisten, eingeweiht.

Am 20. September feiert das ServiceHaus im Diakoniezentrum, ein generationsgemischtes Wohnprojekt, sein 25-jähriges Bestehen. Mit zu den Gratulanten gehört Altbischof Martin Kruse.

Am 2. 12. wird die Kita Zwergenland vom Kneipp-Bund offiziell als Kneipp-Kita zertifiziert - als bislang einzige in Berlin.

Am 4.12. feiert das EJF sein 108-jähriges Bestehen im Rathaus Schöneberg. Gäste sind unter anderem der Generalsekretär des Deutsch-tschechischen Zukunftsfonds, Dr. Tomás Kafka, und Brandenburgs Bildungsminister Steffen Reiche.

2003

Zum 1. April übernimmt das EJF vom Bezirksamt Reinickendorf die Trägerschaft für die 1984 gegründete Jugend- und Familienfarm Lübars.

Im Mai feiert das EJF im Beisein von Oberbürgermeister Jann Jakobs im Alten Rathaus zu Potsdam "10 Jahre EJF in Potsdam".

Die "Insel" Petershagen, eine Betreuungseinrichtung für delinquente Kinder in der Uckermark, wird im August fünf Jahre alt.

Am 27. August wird im Hotel Morgenland in Berlin-Lichterfelde das Miniaturmuseum Arikalex wiedereröffnet. Die Mäzenin Ulla Klingbeil hat dem EJF die Exponate für wohltätige Zwecke übergeben.

Im September feiert die Kita am Holländischen Viertel "Clara Zetkin" in Potsdam ihr 50-jähriges Bestehen.

Ebenfalls im September wird in Marwitz Richtfest gefeiert: Eine neue Wohn- und Therapieeinrichtung des EJF zur "Enthospitalisierung" von 12 erwachsene Menschen mit schwerer geistiger Behinderung und psychischen Erkrankungen entsteht.

Zum EJF-Jahresfest am 4. Dezember ist erstmals das Diakonisch-sozialpädagogische Zentrum "Am Talsand" in Schwedt Gastgeber. Die Feier findet in den Uckermärkischen Bühnen Schwedt ubs statt.

2004

Der Landkreis Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) übergibt am 7. Januar 2004 sein Kinderheim mit 24 Plätzen und seinen Kinder- und Jugendnotdienst mit 6 Plätzen in die Trägerschaft des EJF übergeben. Gleichzeitig übernimmt das EJF eine Beratungsstelle für Schulverweigerer und ein Streetworkerprojekt in Wolfen.

Am 11.2. wird in der Jugendhilfeeinrichtung "Dr. Janusz Korczak - Haus am Tierpark" die 10-jährige Zugehörigkeit zum EJF begangen. Mitarbeiter und die von ihnen betreuten Jugendlichen, auch Ehemalige, haben ein gemischtes Programm aus Fachvorträgen, Festreden und Erfahrungsberichten vorbereitet.

Die Diakoniestiftung Lazarus und ihr neuer Partner, das EJF, begehen am 17. April im Festsaal der Diakoniestiftung gemeinsam das 5-jährige Bestehen des Lazarus Hospizes.

Mit einer Festwoche feiert die Jugend- und Familienfarm Lübars vom 15. bis 20. Juni ihr 20-jähriges Bestehen.

Am 20. August wird der Neubau in Marwitz als "Ulrike-Schiller-Haus" feierlich eingeweiht.

In Silberbach wird der Grundstein für den Bau einer Fachakademie am 5. 9. gelegt.

Für eine weitere Kindertagesstätte in Berlin-Lichtenberg, die Kindertagesstätte "Pusteblume" wird am 21. September der Übernahmevertrag unterzeichnet.

II. EJF-Lazarus gemeinnützige AG 2004-2006

II. EJF-Lazarus gemeinnützige AG 2004-2006

2004

12. Oktober: Eintrag des Zusammenschlusses und der Umwandlung der EJF gGmbH und der Diakoniestiftung Lazarus Berlin in die EJF-Lazarus gAG in das Handelsregister. Die Umwandlung der Gesellschaftsform ist rückwirkend ab 01. Januar 2004 rechtswirksam.

2005

Die Senioren-Wohngemeinschaft des ServiceHauses im Diakoniezentrum in Berlin-Heiligensee begeht im Januar ihr fünfjähriges Bestehen. Als die WG im Jahr 2000 mit dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ entstand, war sie die erste ihrer Art in Berlin.

Das „Dr. Janusz Korczak-Haus“ in Berlin-Lichtenberg (Erich-Kurz-Str. 4a) begeht im Februar sein 25-jähriges Bestehen. Die 1980 mit 285 Plätzen als erstes Ost-Berliner Kinderheim in dieser Größe eröffnete Einrichtung wurde 1994 vom Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk in seine Trägerschaft übernommen und es wurden schrittweise günstigere Wohn- und Lebensbedingungen für alle Kinder und Jugendliche geschaffen.

Mitte März wird in der Hentigstraße (Berlin-Karlshorst) eine Wohngemeinschaft für Menschen mit geistiger Behinderung eröffnet. Die Bewohner leben weitgehend selbständig. Einmal am Tag kommt eine Betreuerin in die Wohnung, um nach dem Rechten zu sehen, mit den Bewohnern Behördengänge und Arztbesuche vorzunehmen, oder die gemeinsame Freizeitgestaltung zu planen.

Auf einer Pressekonferenz in der westböhmischen Stadt Eger (Cheb) im April, zu der EJF-Lazarus gemeinsam mit der Prager Olga-Havel-Stiftung eingeladen hatte, wird der tschechischen Öffentlichkeit erstmals das geplante Kinderschutzprojekt „Fluchtpunkt“ vorgestellt.

Im Mai wird auf der Jugend- und Familienfarm Lübars eine therapeutische Wohngruppe für Kinder und Jugendliche eingeweiht. Unter dem Motto „gemeinsam leben und arbeiten“ erfolgt eine besondere Zusammenarbeit zwischen der Wohngruppe und dem Arbeitstrainingsprogramm (ATP).

Im selben Monat eröffnet die Mutter-Kind-Wohngruppe des Kinder- und Jungendhilfeverbunds „Eva Laube“ nach ihrem Umzug aus der Feuerbachstraße im Potsdamer Wohngebiet Schlaatz, Wiesenhof 9, ihr neues Domizil.

Die Behinderteneinrichtung „Thomas-Fischer-Haus“ in Berlin-Marzahn, Lauchhammerstraße 24, begeht im Juni ihr fünfjähriges Bestehen. Der Name des Hauses erinnert an den Berliner Arzt und Neurologen Thomas Fischer (1950 – 1995), der sich besonders um Menschen am Rande der Gesellschaft kümmerte.

In der Herzbergstraße (Berlin-Lichtenberg) werden ebenfalls im Juni zwei neue Wohngruppen für Menschen mit geistigen Behinderungen eröffnet und der Wohnbereich für Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen „Lebensraum I“ im Diakoniezentrum Heiligensee begeht sein 30-jähriges Bestehen.

Derweil werden in Schwedt mit einer Installation im Foyer der Uckermärkischen Bühnen die ersten Ergebnisse des Theaterprojekts gegen Rechtsextremismus „Leerstelle oder der Büffel büffelt nicht“ vorgestellt.

Am 16. Juni unterzeichnen die EJF-Lazarus Gesellschaft (Berlin) und Kaiserwerther Diakonie (Düsseldorf) eine Rahmenvereinbarung über partnerschaftliche Zusammenarbeit. Gemeinsam wollen beide diakonischen Träger in Nordrhein-Westfalen ein Projekt zur Resozialisierung delinquenter Kinder und Jugendlicher entwickeln.

Am 1. August schließt sich die Integrationshilfe Berlin e.V. dem diakonischen Träger EJF-Lazarus an. Der Verein Integrationshilfe Berlin unterhält die Projekte „Brücke“ und „Täter-Opfer-Ausgleich“ sowie einen „Opferfonds“ und einen „Schadensfonds“. Die ambulanten Maßnahmen, die die Integrationshilfe Berlin e.V. nach dem Prinzip „Erziehen statt Strafen“ für delinquente Jugendliche und Heranwachsende mit leichten bis mittelschweren Straftaten anbietet, sind eine ideale Ergänzung der Angebote von EJF-Lazarus.

Außerdem übernimmt  EJF-Lazarus zwei weitere Kitas in Berlin, die Kita „Klimperkiste“ mit 70 Plätzen am Rande des Märkischen Viertels im Stadtbezirk Reinickendorf sowie die Kita „Villa Musica“ in Berlin-Steglitz mit 50 Plätzen.

Am 8. September wird die Kindertagesstätte „Waldhaus“ in Potsdam nach umfassenden Um- und Ausbauarbeiten feierlich wieder eingeweiht.

Im Schwedter Stadtteil Vierraden wird am 8. Oktober das Schulzentrum „Tabaluga“ feierlich eingeweiht. Das Schulzentrum gilt als Modellprojekt im Land Brandenburg, da es bislang keine Förderklassen im Oberschulbereich (ab Klassenstufe 7) gab.

Mit einer Feierstunde geht Ende Oktober die Berlin-Reinickendorfer Kindertagesstätte „Klimperkiste“ (Eichhorster Weg 23) offiziell in die Trägerschaft von EJF-Lazarus über. Bis zum 31. Juli befand sie sich in der Trägerschaft des Bezirksamtes Berlin-Reinickendorf und es wird für die Tenne auf der Familienfarm Lübars das Richtfest gefeiert. Die Außensanierung des Gebäudes ist abgeschlossen.

Am 2. Dezember wird für die Einrichtung „Lebensraum Lindenallee“ in Schwedt das Richtfest gefeiert. 24 Menschen mit Behinderungen sollen künftig hier ein neues Zuhause finden.  

2006

Am 17. März eröffnet in Schwedt ein Jugendrechtshauses in Anwesenheit der brandenburgischen Justizministerin Beate Blechinger und des Schwedter Bürgermeisters Jürgen Polzehl.

Im April übernimmt  EJF-Lazarus die Kindertagesstätte Pfiffikus in Berlin-Reinickendorf offiziell in seine Trägerschaft.
Der Vorsitzende des Komitees für Familie und Jugend der Stadt Moskau, Oleg Pilshchikow, besucht im Juni das Dr.Janusz Korczak-Haus in Berlin-Lichtenberg. Anlass des Besuches ist die Fortsetzung von Koordinierungsgesprächen zum Ausbau eines Austauschprogramms für Kinder und Jugendliche sowie deren Betreuer aus Jugendhilfe-Einrichtungen in Berlin und Moskau.

Vom 18.-25. Juni begeht mit einer Festwoche die Einrichtung für Menschen mit Behinderungen „Lebensraum II“ im Diakoniezentrum Heiligensee ihr 25-jähriges Bestehen. Im Gebäude des Lebensraums II sowie in zwei weiteren Wohngruppen auf dem Gelände des Diakoniezentrums leben derzeit insgesamt rund 70 Menschen mit schweren geistigen und körperlichen Behinderungen. Sie werden von rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter Heilerziehungspflegern, Sozialpädagogen, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten, betreut. 

Die Berliner Charity-Lady Ulla Klingbeil wird beim traditionellen Jahresfest im Diakoniezentrum Heiligensee zur ersten Kinderbotschafterin des diakonischen Trägers EJF-Lazarus berufen.

Vom 26. Juni - 1. Juli begeht mit einer Festwoche das Diakonisch-sozialpädagogische Zentrum „Am Talsand“ in Schwedt sein 25-jähriges Bestehen.

Die Familienfarm Lübars wird im Juni mit dem Signet der Aktion „Berlin barrierefrei“ ausgezeichnet.

Am 15. Juli wird der „Landhof Liepe“ eingeweiht. Der Landkreis Barnim hat damit in der Nähe des Schiffhebewerks Niederfinow eine weitere Touristenattraktion. Mit verschiedenen Veranstaltungen auf dem Hof soll zugleich die Gemeinschaft des Dorfes und der Region gefördert werden.

Die Europäische Fürsorgestiftung (EFS) eröffnet in der polnischen Stadt Gorzów (Landsberg an der Warthe) am 18 Juli die Beratungsstelle „Grünes Quadrat“. Die neue Einrichtung bietet vor allem Frauen und Kindern, die häusliche Gewalt erlitten haben, kompetente Beratung und Hilfe an. Zudem hilft und schützt sie Personen, die als Zeugen häuslicher Gewaltanwendung vor Gericht aussagen wollen.

Der Kinderclub „Einstein Kids“ lädt am 1. September Potsdamer Mädchen und Jungen, die Spaß am Forschen und Entdecken haben, zum ersten Treffen in die Kindertagesstätte „Sonnenland“ (Knobelsdorffstraße 6 – 8) ein. Mit diesem offenen Freizeitangebot soll Kindern im Alter von sechs bis 14 Jahren die Möglichkeit geben, spielerisch ihre Umwelt zu begreifen und kennen zu lernen. Auch Eltern sind eingeladen, sich an den Projekten und Aktivitäten ihrer Kinder zu beteiligen.

Ebenfalls in den September fällt die Bauabnahme des umgebauten früheren Hutschenreuther-Anwesens Blumenthal. Damit kann nun in dem Haus eine sozialtherapeutische Wohngruppe für Jugendliche eröffnet werden. Das Mitarbeiterteam der neuen stationären Jugendhilfe-Einrichtung stellt sich erstmals der Öffentlichkeit vor. Zwölf neue Arbeitsstellen sind geschaffen worden.

In Schwedt wird am 18. September die neue Einrichtung für Menschen mit Behinderungen „Lebensraum Lindenallee“ eröffnet.

Am 12. Oktober schließen EJF-Lazarus und die Innere Mission München einen Kooperations-vertrag. Die diakonischen Träger wollen damit eine „Achse des Guten zugunsten der Schwachen“ bilden.

Im Oktober wird in der westböhmischen Stadt Eger (Cheb) nach mehrjährigen Vorbereitungen die Beratungsstelle „Fluchtpunkt“ für Kinder und Jugendliche und deren Familien in sozialen Notlagen eröffnet. Betreiber ist die tschechische Tochtergesellschaft von EJF-Lazarus „Utociste o.p.s.“

Am 17. November verleiht die Schwedische Königin Silvia dem Mutter-Kind-Haus von EJF-Lazarus den Namen ihres verstorbenen Bruders Jörg Sommerlath. Die World-Childhood-Foundation, die von Königin Silvia 1999 ins Leben gerufen wurde und in deren Vorstand sich Jörg Sommerlath von Anfang an engagiert einsetzte, hat das Mutter-Kind-Haus als unterstützungswürdiges Projekt für die nächsten drei Jahre ausgewählt.  

III. EJF-Lazarus gemeinnützige AG 2007-2009

III. EJF-Lazarus gemeinnützige AG 2007-2009

2007

Am 16. März wird in Silberbach nach eineinhalbjähriger Bauzeit das neue Tagungszentrum der Sozialakademie offiziell eröffnet.

Auf dem Landhof Liepe wird im April eine sozialpädagogische Wohngruppe für jugendliche Straftäter eröffnet. Unter dem Motto „Leben lernen“ werden hier sechs junge Männer aus der Jugendstrafvollzugsanstalt Wriezen in ihren letzten Haftmonaten auf die Wiedereingliederung in die Gesellschaft vorbereitet.

Beim traditionellen Europatag auf dem Landhof „Arche“ in Groß Pinnow unterzeichnen EJF-Lazarus und die polnische Stadt Chojna einen Kooperationsvertrag. Die Zusammenarbeit soll sich vor allem auf die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die körperlich oder geistig behindert sind, den Erfahrungsaustausch in Fragen wie Kriminalität, Gewalt und Sucht bei Kindern und Jugendlichen sowie den Austausch von Schülern, Lehrern und Sozialarbeitern beziehen.

In der komplett sanierten Kindertagesstätte „Pusteblume“, Wönnichstraße 72/74, wird im Mai ein Familienzentrum eröffnet. Vorgesehen sind u.a. regelmäßige Angebote wie ein Kinder-Treff, ein Elterncafé, verschiedene Fortbildungen für Eltern zu Fragen der Erziehung, Bildung und Gesundheit ihrer Kinder, Handarbeits- sowie Back- und Kochkurse und ein Second-Hand-Basar mit Kinderbekleidung. Darüber hinaus soll auch ein Computerkurs für alle Generationen angeboten werden.

Berlins Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) eröffnet im Juli im uckermärkischen Groß Pinnow eine Wohngruppe für Jugendliche mit dem Schwerpunkt auf Vermeidung von Untersuchungshaft. Die acht Plätze auf dem Landhof „Arche“ sind vornehmlich für Mädchen und junge Frauen im Alter von 14 bis 18 Jahren aus Berlin vorgesehen.

Nach rund einjähriger Bauzeit wird in Zschornewitz bei Gräfenhainichen im August die Einrichtung „Forsthaus Pöplitz“, eine  Wohngruppe für delinquente, noch nicht strafmündige Kinder eröffnet. In dem ehemaligen Forsthaus, das für die Betreuung der insgesamt acht Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 13 Jahren umgebaut wurde, sollen die Kinder zur Ruhe kommen und Abstand zu ihrem bisherigen sozialen Milieu gewinnen.

Mit einer Fachtagung unter dem Thema „Perspektive des Kindes“ in der Alice Salomon Fachhochschule in Berlin-Hellersdorf begeht die Beratungsstelle Kind im Zentrum (KiZ) im September ihr 20-jähriges Bestehen.

In der Sozialakademie Groß Pinnow findet im Oktober unter der Schirmherrschaft von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries die erste deutsch-polnische Herbstkonferenz mit dem Thema „Maßnahmen gegen Kindeswohlgefährdung“ statt.

Mit der Grundsteinlegung für einen Erweiterungsbau der Behinderteneinrichtung „Lebensraum II“ werden im Dezember im Diakoniezentrum Berlin-Heiligensee umfangreiche Baumaßnahmen gestartet. Die Maßnahmen umfassten den Umbau der Einrichtung für Menschen mit Behinderung, die Schaffung eines Internats sowie die Sanierung der Turnhalle Das Bauvorhaben wird zu einem großen Teil mit Mitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin, der Aktion Mensch und der Europäischen Jugend- und Fürsorgestiftung gefördert.  

2008

In der Potsdamer Knobelsdorffstraße 7 wird am 31. Januar ein komplexes und mannigfaltiges Betreuungsangebot für Schulkinder eröffnet. Nach umfassenden Sanierungs- und Umbauarbeiten in den Gebäuden der einstigen „Kinderkombination West I“ haben dort in unmittelbarer Nachbarschaft die Kindertagesstätte „Sonnenland“, der Hort „Sonnenland“, der Kinderclub „Einsteinkids“ sowie das Projekt „Aki“ (Andere Kinderbetreuung) ihr Domizil.

Am 1. März wird Dr. Andreas Eckhoff in den Vorstand des diakonischen Trägers EJF-Lazarus berufen.

In Berlin-Lichtenberg (Herzbergstraße 82) werden im April zwei neue Wohngruppen für Erwachsene mit geistiger Behinderung und massivem Übergewicht eingeweiht. In einer Gruppe finden acht Menschen mit Adipositas (Fettleibigkeit) ein neues Zuhause, die andere bietet Platz für acht Menschen mit Prader-Willi-Syndrom (PWS).

In Berlin-Reinickendorf, Eichhorster Weg 23, wird im Mai die Kindertagesstätte „La Vita“ mit einem Familienzentrum am Märkischen Viertel eröffnet. Die Einrichtung für 130 Kinder im Alter von wenigen Wochen bis zum Schuleintritt ist aus der EJF-Lazarus-Kindertagesstätte „Klimperkiste“ und der Kindertagesstätte „Markus-Haus“, die früher der evangelischen Felsenkirchen-Gemeinde gehörte, hervorgegangen.

Unter dem Motto „Unterschiedliche Traditionen - eine Verantwortung“ wird in der Berliner Werkstatt der Kulturen das „Deutsch-Arabisches Zentrum für Bildung und Integration“ am    1. Juni erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Projekt wurde gemeinsam mit arabischen Vereinen und Initiativen entwickelt.

In Glienicke/Nordbahn wird im Oktober ein neuer KinderGarten mit zunächst 40 Plätzen eröffnet. Die offizielle Einweihungsfeier findet am 13. November statt.

Mit einem Festakt in der Potsdamer evangelischen Erlöserkirche begeht am 11. Oktober der diakonische Träger EJF-Lazarus sein 15-jähriges Tätigkeits-Jubiläum in der brandenburgischen Landeshauptstadt. Potsdam. Zugleich feiert die Frühförder- und Beratungsstelle von EJF-Lazarus für entwicklungsauffällige und behinderte Kinder in Potsdam ihr 20-jähriges Bestehen. Beim Fest wird auch das Potsdam-Lied von EJF-Lazarus aus der Taufe gehoben.

Am 17. November unterschreiben EJF-Lazarus und der Landessportbund Berlin (LSB) einen Kooperationsvertrag. Im Rahmen der Zusammenarbeit sind u.a. gemeinsame Präventionskonzepte im Bereich der Jugendgewalt sowie gemeinsame Resozialisierungsprogramme für jugendliche Intensivtäter vorgesehen. Die ersten beiden gemeinsamen Projekte sind ein Klettercamp am Buckower Damm (Berlin-Neukölln) sowie das Projekt „Gemeinsam in Bewegung“ für Kinder und Eltern im Weitlingkiez (Berlin-Lichtenberg).

Ebenfalls im November eröffnet das Projekt „Mütter Lernen“ (MüLe) in Berlin-Steglitz, Markelstraße 42, ein Modegeschäft mit dem Namen Mas Laden. Dort erwerben Frauen im ersten und fünf Frauen im zweiten Lehrjahr theoretische und praktische Kenntnisse für ihren späteren Beruf als Kauffrau im Einzelhandel. Verkauft werden hier Designer-Kollektionen, die Studenten des Mode-Labels „30 paar haende“ der Berliner Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) entworfen haben.  

2009

EJF-Lazarus und die Medizinisch-soziale Fakultät der Südböhmischen Universität unterzeichnen im Januar in der Sozialakademie „Haus Silberbach“ einen Kooperationsvertrag.

Im oberfränkischen Dorf Franken bei Weißenstadt eröffnet EJF-Lazarus im Februar ein Pädagogisch-Therapeutisches Zentrum für verhaltensauffällige und straffällig gewordene Jugendliche. Dazu gehört zum einen das Projekt „Neustart“, eine Einrichtung zur Vermeidung von Untersuchungshaft. Darüber hinaus befinden sich in dem Zentrum die  Wohngruppen „Neues Leben“ (NELE) und „Neue Wege“(NEWE) für emotional gestörte Mädchen und Jungen ab 14 Jahren, die in der Vergangenheit häufig selbst Gewalt erfahren haben.