Arbeitstrainingsprogramm

 

Niederschwellige Jugendberufshilfe für sozial benachteiligte und/oder verhaltensauffällige Jugendliche

Adresse

Schmidt-Ott-Straße 4, 12165 Berlin

Ansprechpartner

Herr Rouven Reschop
Tel.:  030 - 790 980 - 43
Fax.: 030 - 793 45 28
Email: atp@ejf.de

 

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Arbeitstrainingsprogramm (ATP)

Zielgruppe

Das Arbeitstrainingsprogramm ist ein niedrigschwelliges, teilstationäres Angebot der Jugendberufshilfe
nach §13 (2) SGB VIII. Das Angebot richtet sich an junge Menschen ab 14 Jahren (z.B. Schuldistanzstufe 3-5), die in der Regel eine intensive Förderung im sozial-emotionalen Bereich benötigen und durch bestehende alternative Angebote nicht erreicht werden. Aufgrund ihres Förderbedarfs benötigen sie eine intensive Förderung, um eine Ausbildungsreife zu erreichen. Es handelt sich um junge Menschen, die

  • eine manifestierte Schuldistanz aufweisen und durch alternative Angebote der integrierten Sekundarschulen nicht erreicht werden können;
  • aufgrund ihrer Schuldistanz wenig Chancen haben, einen Schulabschluss zu erreichen;
  • die Schule ohne Abschluss verlassen haben und aufgrund ihrer persönlichen Situation Unterstützung durch die Jugendhilfe benötigen;
  • in ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit eingeschränkt sind (z.B. ADS/ADHS, Depressionen, LRS, Dyskalkulie);
  • aufgrund ihrer Perspektivlosigkeit von sozialen Abstieg bedroht sind;
  • temporär nicht schul- oder ausbildungsfähig sind bzw. denen die notwendige Ausbildungsreife fehlt.

Um den jungen Menschen den Einstieg in das ATP zu erleichtern, kann zu Beginn eine ambulante Betreuung
vereinbart werden. Zur Sicherung der erreichten Ziele im Anschluss an das ATP kann ebenfalls eine
ambulante Betreuung gewährleistet werden. Eine Verbindung des teilstationären Projekts mit
stationären Angeboten der EJF gAG ist möglich.

 

Angebotsrahmen

Wir fördern die jungen Menschen individuell in kleinen Gruppen von 7 bis 9 Jugendlichen pro Standort. Wir werden als unterstützend erlebt, weil wir den jungen Menschen und ihren Eltern mit Wertschätzung und Vertrauen begegnen. Im Rahmen der niedrigschwelligen Arbeit ist es uns wichtig, die jungen Menschen in ihrer Lebenswelt mit ihren Lebensrhythmen zu akzeptieren und zu respektieren. Die verlässliche Tagesstruktur von 08.00 bis 14.30 Uhr beinhaltet ein gemeinsames Frühstück und Mittagessen der Jugendlichen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Im Rahmen einer individuellen Förderplanung vermitteln wir Kenntniss
in lebenspraktischen, schulischen und betrieblichen Bereichen mit dem Ziel der beruflichen Orientierung und
Perspektivbildung. Es geht um:

  • Akzeptanz des sozialen Umfeldes und das Bearbeiten von Ängsten und Problemen;
  • Respekt gegenüber der Lebenswelt der jungen Menschen und ihrer daraus resultierenden Handlungsweisen;
  • Wertschätzung der jungen Menschen mit ihren Stärken und Schwächen;
  • das Einüben einer verlässlichen Tages- und Wochenstruktur;
  • intensive Förderung des lebenspraktischen Bereiches, wie etwa die Zubereitung von Mahlzeiten, Wegetraining oder auch die individuelle Lebensplanung;
  • individuelle schulische Förderung in Einzel- und Kleingruppenarbeit;
  • Begleitung bei der Planung und Organisation einer beruflichen Perspektive;
  • das Erstellen des Berufswahlpasses und einer Berufswegeplanung;
  • Training sozialer Kompetenzen, Bewerbungstraining, Assessment;
  • verbindliche, begleitende Elternarbeit.

 

Ziele

Es ist unser Ziel, gemeinsam mit den jungen Menschen eine alternative, neue Lebensperspektive zu entwickeln. Die schulische Förderung orientiert sich an den Fähigkeiten des jungen Menschen, soll Schulängste abbauen und kann den Erwerb der einfachen oder erweiterten Berufsbildungsreife beinhalten.  Die berufliche Orientierung und Perspektivbildung kann neben einer Reintegration in schulische Maßnahmen (OSZ) oder überbetriebliche Ausbildungen auch die Vermittlung auf den 1. Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt beinhalten. Wir bieten Unterstützung, damit diese Ziele erreicht werden:

  • Erarbeiten von eigenen realistischen Zielen für die Förderplanung;
  • Entwicklung und Festigung einer Tagesstruktur;
  • Erweiterung der sozialen Kompetenzen;
  • Abbau von Schulängsten;
  • Motivation zur schulischen Förderung;
  • Verbesserung von Lernkompetenzen;
  • Erwerb eines Schulabschlusses;
  • Kennenlernen von Berufsfeldern;
  • Absolvieren von Berufspraktika;
  • Berufliche Orientierung;
  • Entwickeln einer realistischen beruflichen Perspektive;
  • Übergang in Ausbildung, Berufsvorbereitung, OSZ.

Wir sind davon überzeugt, dass Bildung und eine realistische Lebensperspektive einem sozialen Abstieg und möglichem delinquenten Verhalten präventiv am besten entgegenwirken.