30 Jahre ServiceHaus und Kindertagesstätte "Regenbogen"

Pressemitteilung zur Jubiläumsfeier am 7. September 2007
30 Jahre ServiceHaus und Kita Regenbogen von EJF-Lazarus

Schwätzer: Mehrgenerationenhaus war revolutionärer Gedanke

Berlin-Heiligensee. Mit einem Festakt haben das ServiceHaus und die Kindertagesstätte "Regenbogen" im Diakoniezentrum von EJF-Lazarus in Berlin-Heiligensee ihr 30-jähriges Jubiläum begangen. Die Schaffung des ServiceHauses vor 30 Jahren sei im Rahmen des experimentellen Wohnungs- und Städtebaus ein "revolutionärer Gedanke" gewesen, der auch heute "zur Nachahmung und Erprobung" anrege, erklärte die frühere Bundesbauministerin Dr. Irmgard Schwaetzer (FDP) in ihrem Festvortag am Freitag, 7. September. Die Einrichtung sei darauf ausgerichtet, die Doppelbelastung für berufstätige Mütter zu erleichtern und einer drohenden "Gettoisierung" von alten Menschen in Altenheimen entgegen zu wirken, fügte Frau Schwaetzer hinzu.

Das Konzept beruhe auf dem Gedanken des Zusammenlebens mehrerer Generationen, der Integration von Menschen von unterschiedlicher sozialer Herkunft sowie eines Netzwerkes von ehrenamtlichen und professionellen Hilfsangeboten. Ein solches Projekt könne nur mit sozialpädagogischer Begleitung gelingen. Das ServiceHaus des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerkes (EJF) sei eines von 300 Mehrgenerationenhäusern in Deutschland. Mit den rund 1.000 Bewohnern sei es gelungen, alle Aspekte "tragfähig zu verwirklichen", betonte die frühere Ministerin.

Wie die Pröpstin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg - schlesische Oberlausitz, Friederike von Kirchbach, hervorhob, sei das ServiceHaus ein Ort, an dem die Bereitschaft zu dienen "mit Händen zu fassen" sei. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leisteten ihren Dienst "authentisch" und "aus sich heraus". Berlin-Reinickendorfs Bezirksbürgermeisterin Marlies Wanjura (CDU) nannte das ServiceHaus eine "Arche Noah", miteinander die Kluft zwischen den Generationen zu überwinden und füreinander da zu sein. Zudem kündigte die Bezirksbürgermeisterin an, vor Weihnachten mit den Kindern der Kita "Regenbogen" Plätzchen backen zu wollen.

Die Leiterin der Kindertagesstätte "Regenbogen", Kerstin Müller, hob hervor, dass ihr Konzept vor allem auf Integration von Kindern mit Behinderung oder höherem Förderbedarf beruhe. In der Kita erhielten die Mädchen und Jungen Raum, elementare Dinge zu erleben. Wie Frau Müller ankündigte, solle das Miteinander mit den älteren Bewohnern im ServiceHaus künftig noch verstärkt werden. So werde neben dem Seniorentreff eine Lernwerkstatt für die Kindergartenkinder eingerichtet.  Wie der Vorstandsvorsitzende der EJF-Lazarus Gesellschaft, Siegfried Dreusicke, betonte, könne der diakonische Träger mit dem Diakoniezentrum Heiligensee in der Großstadt Berlin nicht nur ein Mehrgenerationenhaus, sondern ein ganzes Mehrgenerationendorf vorweisen.

Architektonisch ist das ServiceHaus als vierstöckiger Gebäudekomplex mit Dachterrassen angelegt. Das Bauwerk zieht sich schlangenförmig durch das Diakoniezentrum Heiligensee. Zu der ursprünglichen Anlage gehören 300 Wohnungen unterschiedlicher Größe, ein Schwimmbad, eine Kegelbahn, eine Werkstatt, mehrere Gemeinschaftsräume, Frisör, Sparkasse, Bibliothek sowie einige Geschäfte. Später kamen zum Gebäudekomplex noch ein weiteres Mietshaus sowie Einfamilienhäuser mit insgesamt 120 Wohnungen hinzu. In nächster Zukunft sei die Eröffnung einer Wohngemeinschaft für Demenzkranke geplant, kündigte Einrichtungsleiter Christian Nestler an.