Myrrha - Verselbständigungswohngruppe für junge Frauen mit traumapädagogischem Schwerpunkt

Adresse

Grunewaldstraße 6A, 12165 Berlin

Ansprechpartner:

Frau Franziska Zillich
Tel.: 030 - 790 980 - 28
Email: zillich.franziska@ejf.de

 

 

Zielgruppe

Mädchen bzw. junge Frauen ab dem 16. Lebensjahr

  • die aufgrund ihrer traumatischen Lebenserfahrungen, insbesondere sexualisierter Gewalt, und der daraus resultierenden psychischen Beeinträchtigungen noch nicht oder nur eingeschränkt in der Lage sind, ein eigenständiges Leben zu führen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.
  • mit Migrationshintergrund, deren psychosoziale Problemlagen einen kultursensiblen Umgang erfordern.
  • die einen mädchenspezifischen Schutzraum benötigen

und

  • die keine rund-um-die-Uhr-Betreuung mehr benötigen und über aus-reichend Ressourcen verfügen, mit den betreuungsfreien Zeiten umzugehen.
  • die sich freiwillig für diese Form der Betreuung entscheiden und die Bereitschaft mitbringen, aktiv an Zielen für ihre Weiterentwicklung zu arbeiten.

Betreuungsrahmen

Die VWG myrrha in Steglitz ist ein stationäres Jugendhilfeangebot mit fünf Plätzen. Die Betreuung erfolgt durch zwei weibliche, sozialpädagogische Fachkräfte in einer großzügigen Altbauwohnung mit Einzelzimmern sowie Gruppenräumen für die Bewohnerinnen.

Unterbringungsgrundlagen sind die §§ 27, 34, 35a, 41 SGB VIII sowie im Einzelfall § 54 SGB XII.

Die Betreuung der Bewohnerinnen ist flexibel gestaltet und wird auf ihre Bedürfnisse abgestimmt. Die Kernzeit liegt montags bis freitags in den Nachmittags- und Abendstunden. Eine Erreichbarkeit der Betreuerinnen bei Krisen, sowie außerhalb der Betreuungszeiten ist gesichert.

In Krisensituationen, in denen keine Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegt, besteht zusätzlich die Möglichkeit einer kurzfristigen Unterbringung (sleep-in) und hausinterner psychotherapeutischer Kriseninterventionsgespräche in der rund-um-die-Uhr-betreuten „TWG Myrrha“, zu der eine enge Kooperation besteht.

Mädchenspezifik

Frühe, insbesondere sexualisierte Traumatisierung in der Kindheit beeinträchtigt im Zuge der Störung der Identitätsentwicklung auch die Entwicklung der Geschlechtsidentität.

Mit dem Bereitstellen einer geschlechts-homogenen Gruppe wollen wir den jungen Frauen Räume eröffnen, in denen sie sich frei von einschränkenden Zuschreibungen bewegen sowie neue Erfahrungen und Möglichkeiten jenseits von traditionellen Geschlechterrollen machen können.

Der selbstbestimmten Sexualität als zentraler Entwicklungsaufgabe begegnen wir mit einem emanzipatorischen sexualpädagogischen Konzept und der damit verbundenen Haltung, Wissen zu vermitteln, um die Sicherheit im Umgang mit sich selbst und anderen zu stärken und dadurch Schutz vor (erneuter) sexualisierter Gewalt zu bieten. Dazu gehört, den jungen Frauen eine positive Haltung zu ihrer eigenen Sexualität und ihrem Körper zu vermitteln.

Traumapädagogik

Der z. T. besonderen Situation unserer Bewohnerinnen begegnen wir mit einer in mehreren Jahren aus der Therapeutischen Wohngruppe Myrrha heraus entwickelten traumapädagogischen Haltung und sozial-therapeutischen Arbeitsansätzen.

Wir verstehen auffälliges Verhalten als Traumafolge, arbeiten ressourcenorientiert, transparent und vorhersehbar, um die Emotionswahrnehmung zu schulen und einen „sicheren Ort“ zu schaffen, der Schutz vor Retraumatisierung bzw. Traumareaktivierung bietet.

Sozialtherapeutisch bedeutet für uns, pä-dagogisches Handeln und ein gemeinsames Fallverstehen mit externen Therapeut_innen / Psychiater_innen im Lebensalltag miteinander in Einklang zu bringen. So entsteht ein heilsames Milieu.

Konzeptionelle Schwerpunkte

Einen Schwerpunkt unserer Arbeit sehen wir darin, gemeinsam mit unseren Bewohnerinnen eine Tagesstruktur zu erarbeiten, die ihrer individuellen Situation und ihren Möglichkeiten entspricht und dafür Sorge zu tragen, dass diese verbindlich umgesetzt und gemäß der erworbenen Fähigkeiten weiter ausgebaut wird.

Ein weiterer Schwerpunkt besteht darin, ein tragfähiges Hilfenetz für die Bewohne-rinnen aufzubauen, das darauf ausgerichtet ist, den Gesundungs- und Verselbstständigungsprozess voranzutreiben.

Soweit möglich und erwünscht, werden für die Bewohnerin wichtige Bezugspersonen in die Zusammenarbeit mit einbezogen. Paarberatung kann ebenfalls Bestandteil der Arbeit sein.

Flexible Lösungen

Bei Bedarfen, die über die im Trägervertrag beschriebene Leistungen hinausgehen (z.B. intensive Familienarbeit), können Zusatzleistungen auf der Basis von Fachleistungsstunden vereinbart werden. 

Angebote

Tagesstrukturierende Angebote:

  • Gemeinsame Mahlzeiten
  • gemeinsame Freizeitaktivitäten
  • Gruppenabend
  • Anbindung an Schulen und Arbeitsstellen

Regelmäßige Gruppenangebote:

  • Sexualpädagogische Gruppe
  • Stadterkundungsgruppe
  • Kochgruppe
  • Kreative Gruppe (Tanz, Kunst, Literatur)

Beraterische Angebote:

  • Regelmäßige Betreuungsgespräche
  • Paar- und Sexualberatung
  • bei Bedarf therapeutische und pädagogische Krisenintervention

Ziele / Arbeitsinhalte

  • hohe Betreuungsverbindlichkeit
  • Teilweise Übernahme der Alltagsversorgung durch die Betreuerinnen um eine Konzentration auf Schule bzw. Ausbildung zu ermöglichen
  • Anbindung an externe ambulante Psychotherapie
  • Bearbeitung der traumatischen Lebenserfahrungen
  • Konstruktive Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensgeschichte
  • Psychische Stabilisierung
  • Reflektion der eigenen Rolle als Frau und der gesellschaftlich vorgegebenen Rollenmuster
  • Stärkung der Beziehungsfähigkeit
  • Entwicklung eines Krisenmanagements
  • Entwicklung einer realistischen Zukunftsperspektive
  • Wiedereingliederung und Teilhabesicherung im gesellschaftlichen Leben

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