Arbeitstrainingsprogramm (ATP)

Adressen

ATP im Kinder- und Jugendhilfeverbund Süd
Schmidt-Ott-Str. 4
12163 Berlin (Steglitz)

ATP im Dr. Janusz Korczak-Haus am Tierpark
Erich-Kurz-Str. 4a
10319 Berlin (Lichtenberg)

ATP im Kinder- und Jugendhilfeverbund im Diakoniezentrum Heiligensee
Am Bärensprung 26-46
13503 Berlin (Reinickendorf)

Anfragen und Kontakt

Rouven Reschop (Koordinator)
Tel. (030) 790 980 48 und (0172) 397 50 91
atp@ejf.de

  • Tagesstrukturierung und Berufsorientierung
  • Förderung sozial benachteiligter, schuldistanzierter junger Menschen
  • Betreuung von delinquenten jungen Menschen
  • Soziales Kompetenztraining und Anti-Gewalt-Strategien für verhaltensauffällige Jugendliche

ZIELGRUPPE

Das ATP richtet sich an junge Menschen von 14 bis 18 Jahren. Sie gelten als aktiv oder passiv schulverweigernd, benötigen in der Regel Förderung im sozial-emotionalen Bereich und können durch bestehende alternative Angebote der Schule nicht mehr erreicht werden. Aufgrund ihres Förderbedarfs haben sie wenige Chancen, einen Schulabschluss und/oder die notwendige Ausbildungsreife zu erreichen.  

Das ATP ist geeignet für junge Menschen:

  • mit schwach ausgeprägten sozialen Kompetenzen:
  • die einen Mangel an Kommunikations- und Ausdrucksfähigkeit aufweisen.
  • die wenig Gruppenfähig sind
  • die kaum Leistungsbereitschaft und Leistungsausdauer aufweisen
  • die bislang  unpünktlich  und unzuverlässig sind und deren Tagesablauf von  Strukturlosigkeit gekennzeichnet ist
  • die kaum Frustrationstoleranz aufweisen und zu erheblichen emotionalen Ausbrüchen neigen
  • die zu delinquentem Verhalten neigen, von Haftstrafen bedroht bzw. sogar schon als Intensivstraftäter registriert sind. die eine manifestierte Schuldistanz aufweisen und auch durch das Praxislernen der Integrierten Sekundarschulen nicht erreicht werden können.
  • die Aufgrund ihrer Schuldistanz sie kaum Chancen haben,  einen Schulabschluss zu erreichen oder die Schule ohne Schulabschluss verlassen haben
  • die in ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit oft eingeschränkt sind und wegen ihrer psychischen Beeinträchtigung als nicht schul- oder ausbildungsfähig eingeschätzt werden.
  • die insgesamt aufgrund ihrer Perspektivlosigkeit akut von sozialem Abstieg bedroht sind

Im Bereich der individuellen Beeinträchtigungen sind die Merkmale oft:

  • Lern- und Leistungsbeeinträchtigungen (Legasthenie, funktionaler Analphabetismus, Dyskalkulie, Lernbehinderung)
  • Entwicklungsstörungen im sozial emotionalen Bereich
  • Entwicklungsdefizite im Bereich Lernen
  • Suchtverhalten (Cannabis, „Mode-Drogen“, Alkohol)
  • Persönlichkeitsstörungen und andere psychische Erkrankungen wie: Depressionen, ADS/ADHS, Borderline-Persönlichkeitsstörung

PROJEKTRAHMEN

Die jungen Menschen werden von uns individuell an drei Standorten in kleinen Gruppen gefördert. Die verlässliche Tagesstruktur von 08:30 bis 14:30 Uhr beinhaltet individuelle lebenspraktische, schulische und betriebliche Förderung bzw. berufliche Orientierung.

Hierbei geht es insbesondere um

  • das Einüben von Tagesstruktur und Training sozialer Kompetenzen
  • Individuelle Schulische Förderung in Einzel- und Kleingruppenarbeit
  • Begleitung bei der Planung und Organisation einer beruflichen Perspektive
  • das Erstellen des Berufswahlpasses und einer Berufswegeplanung
  • Einfache berufliche Orientierung, Anbahnung der Ausbildungsreife.

Zum Projekt gehört auch die Zusammenarbeit mit den Eltern und weiteren am Förderplan beteiligten Personen. Elterngespräche mit den Sozialpädagogen finden regelmäßig statt und werden als vertrauensbildend und beratend erlebt.

ZIELE

Die Förderung orientiert sich an den gemeinsam erarbeiteten Zielen des Jugendlichen. abgestimmt auf die Lebenswelt der jungen Menschen werden soziale Kompetenzen eingeübt und bisherige Verhaltensmuster in Frage gestellt.
Die schulische Förderung orientiert sich an den Fähigkeiten des jungen Menschen und kann den Erwerb der einfachen oder erweiterten Berufsbildungsreife beinhalten. Im Anschluss an das ATP werden die jungen Menschen nach Möglichkeit in Ausbildung, Arbeit oder Bildung (OSZ) vermittelt.

Individuelle Ziele können u. a. sein:

  • Erarbeiten von eigenen Zielen für die Förderplanung. Diagnostik und Kompetenzfeststellung
  • Entwicklung und Festigung einer Tagesstruktur.
  • Einüben von grundlegenden Fähigkeiten zur Alltagsbewältigung
  • Erweiterung und Verbesserung  psychosozialer Kompetenzen: Reflektion von Verhaltensauffälligkeiten
  • Verbesserung der Lernkompetenzen: Training der Lernmotivation
  • Erwerb eines Schulabschlusses
  • Berufliche Orientierung
  • Entwickeln einer realistischen beruflichen Perspektive,  Absolvieren von Betriebspraktika
  • Förderung der Ausbildungsreife
  • Vermittlung in berufsvorbereitende Maßnahmen, Ausbildungen oder Oberstufenzentren