Freundeskreise im EJF

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Rede von Siegfried Dreusicke, Vorstandsvorsitzender der EJF gemeinnützigen AG, anlässlich des 3. Treffens des Wirtschaftsbeirats am 22.09.08 zum Thema:

"Ist 'Social Economic Partnership' die finanzielle Zukunft Sozialer Träger in Deutschland?"

 

Freie gemeinnützige Träger sammeln oft unter dem Gesichtspunkt "Hilfe ist notwendig, Spenden helfen den Ärmsten."
Dies ist mit Sicherheit ein Aspekt, der notwendig ist. Zum anderen sollte man aber darauf eingehen, inwieweit Soziales und Wirtschaft Berührungspunkte haben und hier ein Geben und Nehmen vorhanden ist.
In der Märkischen Allgemeinen vom 17. September 2008 waren die Programme der Parteien, die jetzt zu den Kommunalwahlen antreten, unter "Soziales" und "Wirtschaft" aufgeführt. Zwischen diesen Bereichen war keinerlei Verbindung vorhanden.
Lassen Sie mich einige Punkte herausgreifen, in denen es mit Sicherheit Verbindungen gibt:
Nehmen wir die Forderung, den sozialen Wohnungsbau zu stärken und ihn seniorengerecht auszubauen. Hier besteht ein wechselseitiges Interesse zwischen den Bauherren, den Investoren, aber auch denen, die soziale Kompetenz haben, in einem sozialen Wohnungsbau bereits eine WG für Demenzerkrankte oder Elternarbeit so einzubeziehen, dass Vernachlässigung von Kindern und schlechtes Haushalten von Eltern vermieden werden kann.
In Seniorenheimen besteht mit Sicherheit von der Wirtschaft das Interesse an der Ausgestaltung durch barrierefreie Bauweise, den Verkauf von Rollstühlen sowie von Sanitärbedarf.
Es gibt also ein beiderseitiges Interesse an Sozialeinrichtungen und deren Errichtung.
Dieses sich Bedingende kann dazu führen, dass wirtschaftlich Verantwortliche besondere Konditionen dem späteren Sozialverantwortlichen einräumen und seine Arbeit fördern.

Darüber hinaus gibt es aber auch andere Berührungspunkte:
Waren die sozialen Träger in der Vergangenheit in dem Verdacht, von Wirtschaft keine Ahnung zu haben und nur Soziales mit gutem Herzen zu tun, so hat sich dies mit Sicherheit geändert. Heute sind viele der sozialen Anbieter, so auch EJF-Lazarus, professionell organisiert und versuchen mit Managementmethoden den Schwächsten der Schwachen, kriminellen Kindern und Jugendlichen sowie Menschen mit geistiger Behinderung zu helfen und dabei auch allen Mitarbeitern das ihnen zustehende Gehalt zu bezahlen.
Ab und zu führen die nervigen Debatten über die Höhe der Gehaltszahlungen von Mitarbeitern, ich denke hier an eine diakonische Einrichtung in Potsdam, zu einer Schieflage, insbesondere dann, wenn Einsparungen auf Kosten der Gehälter gar nicht notwendig sind.

Was wir dual leisten können, ist z. B., dass Führungskräfte und Führungsnachwuchskräfte aus Wirtschaft und Politik, hochbegabte Studierende sich mit der sozialen Wirklichkeit durch Praktika und durch ein besonderes Führungskräftetraining eine soziale Dimension erlernen.
Vom nächsten Jahr an will EJF-Lazarus ein "Spiegelbild-Konzept" anbieten, in dem Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik in Behinderteneinrichtungen, in Einrichtungen mit kriminellen Kindern und Jugendlichen arbeiten, um so ein neues Bild von sich im Verhältnis zur sozialen Umwelt zu gewinnen. Im sozialen Bereich können Führungskräfte hautnah erfahren, was es heißt, jenseits der gewohnten Arbeitsabläufe rasch kompetent und sozial verantwortlich handelnd entscheiden zu müssen. Eine solche Erfahrung wird sich später beim Management bei einem Wirtschaftsbetrieb mit Sicherheit bezahlt machen.
Ein anderer Aspekt  ist der, dass unsere Erfolge bei der Prävention von Delinquenz und Kriminalität entweder durch Beratung, durch Antiaggressionstraining, aber auch durch Heimunterbringung oder gar Einweisung in eine pädagogische Einrichtung zur Vermeidung der Untersuchungshaft den Unternehmen helfen, Versicherungsprämien sparen. Der ausschließlichen Finanzierung durch den Staat könnte auch eine Förderung durch die Versicherungen zur Seite stehen.

Sind Kindertagesstätten ein Spiel- und Lernraum, so werden hier spätere Eliten bereits schon im Alter von vier Jahren geprägt. Auch hier ist ein Engagement der Wirtschaft denkbar.  
Im Rahmen von "Social Economic Partnership" kann die Wirtschaft unmittelbar Verantwortung übernehmen, sowohl bei der Entwicklung von Sozialräumen in den notwendigen sozialen Einrichtungen,
bei deren Ausgestaltung und in ihrem eigenen Interesse, indem soziale Kompetenz zu einem besseren Führungstraining, Engagement in Kindertagesstätten, Schulen und Universitäten zu einer besseren Elitebildung führen.

Aktuelle Termine

So. 05.02.2012 | 15-18 Uhr
Kinderfasching auf der Familienfarm Lübars

Fr. 24.02.2012 | 11 Uhr
Eröffnung der Beratungsstelle "Kind im Zentrum" Wittenberg

Transparenzricht- linien des EJF

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