Familienprojekt "ALLESAMT"

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Adresse

Familienprojekt "ALLESAMT"
im Jugendhilfeverbund
"Dr. Janusz Korczak - Haus am Tierpark"
Erich-Kurz-Str. 4a
10319 Berlin

Tel. 51 59 14 10
Fax  51 59 14 30

Fachlicher Leiter

Hr. Gehring (Paar- und Familientherapeut/PP)
Tel. 51 59 14 43
E-Mail gehring@jkh.ejf.de

Projektleiterin

Fr. Beuster
Tel. 51 59 14 38
E-Mail allesamt@ejf.de

Unser therapeutisches Familienprojekt ALLESAMT wurde vor gut zehn Jahren gegründet. Inzwischen haben wir Erfahrungen im Umgang mit komplizierten Familiensystemen, insbesondere mit alkohol- und/oder psychisch kranken Eltern, Kinderschutzfragen und bei Fragen eines drohenden Sorgerechtsentzuges. Je nach Art der Maßnahme gestaltet sich die Arbeit mit den Familien verschieden intensiv bis hin zu der Möglichkeit des zeitweiligen Innewohnens für Personensorgeberechtigte im Projekt. Diese letztere Form der Betreuung ist für Mütter mit Kindern im Alter unter sechs Jahren zwingend. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Wir sind Teil eines großen Jugendhilfeverbundes und können daher alle Unterstützungsmöglichkeiten materieller und inhaltlicher Art, die innerhalb dieses Verbundes möglich sind, nutzen. Wir bieten stationäre als auch ambulante Betreuungsformen für Kinder und deren Eltern an. Das übergeordnete Ziel unserer Arbeit ist die Vermeidung einer dauerhaften Fremdunterbringung von Kindern.
Kennzeichnend für unser Handeln ist eine gezielt angesetzte und intensive Elternarbeit bis hin zur familientherapeutischen Arbeit, auch mit der ganzen Familie. Dabei wollen wir die Eltern und/oder die Bezugspersonen in das Beziehungs- und Erziehungsgeschehen hereinholen und beziehen sie je nach Entwicklungsprozess und zeitlichen Möglichkeiten in das Alltagsleben ihrer Kinder mit ein.
Unser allgemeines Ziel ist die Aufdeckung und Nutzung vorhandener Ressourcen der Familie für deren Stärkung ihrer Familienkompetenz. Daher gibt es im Team eine besonders abgestimmte positive Grundhaltung zum Stellenwert von Familie, zum Nutzen der vorhandenen Ressourcen durch systemische Familienarbeit sowie die Sicht, dass eine gemeinsame Kooperation die Basis für erfolgreiches Arbeiten bildet. Unser Setting ist so gestaltet, dass Vertrauen entstehen kann und somit auch Veränderung möglich ist. Der Kontakt zur Familie entwickelt sich in einem kontinuierlichen Prozess fort und basiert auf Kooperation.
Das Profil des therapeutischen Familienprojektes ALLESAMT zeigt sich in seiner Spezifik und Flexibilität. Es besteht die Möglichkeit, dass je nach Entwicklungsprozess der Kinder und der Familie auf die Bedarfssituation und die Notwendigkeiten der Betreuung und Unterstützung der Kinder und deren Familien reagiert und eingegangen werden kann.
So kann eine stationäre in eine ambulante Maßnahme übergehen bei Bezugspersonenkontinuität. Ebenso ist die umgekehrte Variante denkbar, dass eine ambulante Anbahnung oder Betreuung zeitweise in eine stationäre Betreuungsform übergehen kann, wenn der Bedarf es erfordert.
In manchen Betreuungsfällen kann ein Clearingprozess verbunden mit einer Perspektivklärung eingeleitet werden.
Nach Beendigung des Aufenthaltes im therapeutischen Familienprojekt ALLESAMT kann eine zeitlich begrenzte Nachbetreuung über den Familientherapeuten erfolgen.
Ein wesentlicher Aspekt im Familienprojekt ALLESAMT ist die intensive Elternarbeit. So werden die Eltern in das Alltaggeschehen des Kindes einbezogen, um somit die Erziehungs- und Beziehungsfähigkeit zu fördern und zu stärken. Manche Familien benötigen eine intensivere Form des Zusammenlebens. Daher besteht für Personensorgeberechtigte auch die Möglichkeit für Übernachtungen bis hin zum Innewohnen im therapeutischen Familienprojekt ALLESAMT.
Die Arbeit mit den Kindern und Familienmitgliedern basiert auf einem systemtherapeutischen Kontext, dessen Kern die intensive Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppierungen im Familienprojekt ist: Der Familientherapeut, das Betreuungspersonal und die Hauswirtschaftskraft. Das besondere Zusammenspiel dieser Berufsgruppen und ihrer Arbeitsweisen bilden den Grundstein für eine bestmögliche Unterstützung und Stabilisierung der Kinder und Familien.
Der Familientherapeut hat in unserem Projekt die Funktion des Fallmanagers führt die therapeutischen Gespräche mit den Kindern und deren Familien und stimmt je nach Entwicklungsprozess die fallbezogene Vorgehensweise mit dem Betreuungspersonal ab (regelmäßige Teamberatung / Fallbesprechung und Supervision). Es findet eine Analyse des Familiensystems unter Beteiligung aller relevanten Personen aus Jugendämtern, Kliniken, ambulanten Praxen, Rechtspflege u.v.a.m. statt und es wird gemeinsam eine Betreuungsplanung erarbeitet und die Basis für eine Zusammenarbeit gelegt.
Das Team gibt den Familien Unterstützung und Beratung bei der Regelung von Fragen der sozialen und wirtschaftlichen Sicherstellung bis hin zur direkten begleitenden Unterstützung bei Gängen zu Ämtern. Im Blickpunkt steht dabei die Unterstützung und die Aktivierung der Eltern, die verschiedenen Angelegenheiten nach einer Begleitzeit selbst zu übernehmen und zu regeln.
Das Betreuungspersonal bietet "Rund um die Uhr" Erziehungs- und Versorgungsleistungen sowie zeitlich geplante und begleitete Kontaktzeiten für Kinder und deren Familien oder Bezugspersonen an. Es wird mit einem Bezugsbetreuersystem für die Familie gearbeitet.
Im Blickpunkt der Erziehungsleistungen stehen die Förderung des Sozialverhaltens und der Persönlichkeitsentwicklung der Kinder als auch die Unterstützung bei den schulischen Leistungen und bei der Einübung lebenspraktischer Fertigkeiten. Zu den Versorgungsaufgaben gehören neben der alltäglichen Grundversorgung die Vermittlung eines strukturierten Tagesablaufes und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Bei den begleiteten Kontaktzeiten der Eltern und der Kinder steht im Mittelpunkt das Aufzeigen von Verhaltens- und Kommunikationsstrukturen im Umgang untereinander als auch die Vermittlung und das Einüben von konfliktbewältigenden Strategien.
In regelmäßigen Abständen finden Elterngespräche zusammen mit den Personensorgeberechtigten und dem Bezugsbetreuer statt. Hierbei wird einerseits über persönliche Angelegenheiten des Kindes gesprochen als auch intensiv auf die Erfahrungen und Problemlagen der Eltern im Umgang mit den Kindern eingegangen und zusammen nach Lösungsstrategien für die Bewältigung des Alltags gesucht und eine Verbindung zu den Trainingsmaßnahmen hergestellt.
Abschließend geben wir Ihnen noch einmal einen Überblick über unsere Ziele und die Zielgruppe:


Ziele

  • Die Rückkehr des Kindes in die Herkunftsfamilie bzw. die Sicherung des Verbleibes im familiären Bezugssystem wird angestrebt und von uns begleitet (z.B. AFT, Familienhilfe u.s.w.)
  • Stärkung des familiären Systems durch familientherapeutische Arbeit.
  • Gemeinsam wird mit allen Familienmitgliedern eine Perspektive entwickelt.
  • Förderung der Erziehungskompetenz und -verantwortung als auch der Aufbau und die Stärkung von Beziehungsfähigkeit der Eltern.
  • Die Eltern werden je nach ihrem persönlichen Prozess in das Alltagsleben ihrer Kinder einbezogen und übernehmen nach Absprache Aufgaben bei der Betreuung.
  • Förderung der seelischen und körperlichen Stabilisierung sowie der Persönlichkeitsentwicklung und des Sozialverhaltens der Kinder.
  • Einübung lebenspraktischer Fertigkeiten, Strukturierung des Alltags und Förderung des schulischen Lernens.
  • Klärung und Stabilisierung von sozialen und wirtschaftlichen Angelegenheiten der Familie.


Zielgruppe

Das therapeutische Familienprojekt ALLESAMT bietet acht stationäre Plätze für Kinder im Alter von 0-13 Jahren unter Einbeziehung der zugehöriger Familienmitglieder bzw. Bezugspersonen an. Bei der Aufnahme von Geschwisterkindern können jeweils andere Altersgrenzen gelten.
Jüngere Kinder werden in der Regel mit ihren Müttern aufgenommen (Innewohnen).
Unsere stationäre Maßnahme ist geeignet

  • wenn sich eine Krisensituation in der Familie so zugespitzt hat, dass eine vorübergehende Unterbringung des Kindes außerhalb der Familie notwendig geworden ist.
  • wenn die momentanen Lebensumstände die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen, bspw. durch Alkohol- bzw. Drogenabhängigkeit, psychische Erkrankung der Eltern oder Bezugspersonen sowie bei Kindesmisshandlung und Vernachlässigung (Schutz vor Wiederholung)
  • wenn Eltern um die Aufnahme des Kindes ersuchen und alternative Hilfsmöglichkeiten nicht sinnvoll erscheinen
  • bei Abklärung der Erziehungsfähigkeit und eines dauerhaften Sorgerechtsentzuges

Eine Indikation für die Betreuung besteht, wenn der Kontakt mit der Herkunftsfamilie intensiv und/oder therapeutisch gestaltet, ein Clearingprozess eingeleitet werden soll und eine grundsätzliche Bereitschaft der Familie zur Mitarbeit vorliegt.

Wir bieten ein Stufenprogramm der stationären Betreuung:

Im Rahmen der stationären Betreuung gibt es verschiedene Betreuungsstufen für innewohnende Familien mit ihren Kindern. In der Regel werden diese Familien ins Familienprojekt aufgenommen und erhalten eine 24-Stunden-Betreuung, um den Kinderschutz zu gewährleisten und um intensive Unterstützung geben zu können.
Eine Besonderheit des Familienprojektes besteht darin, dass in einem bestimmten Stadium der familiären Entwicklung die Familie in ein Appartment innerhalb des Hauses wechseln kann, um vor Ort und mit mehr Selbstständigkeit zeigen zu können, ob ein Übergang in den eigenen Haushalt angedacht werden kann. Diese Betreuungsform hat sich als angebracht erwiesen, weil für viele Familien der Übergang von der intensiven stationären zur ambulanten Betreuung oft zu extrem verläuft und zu erheblichen Rückschlägen führen kann. In dem bezogenen Appartment erfolgt eine zeitlich abgestimmte Betreuung, intensiver als eine Familienhilfe das leisten kann, mit abnehmenden Betreuungszeiten bis hin zum angestrebten Familienhilfeniveau der sich an die stationäre Hilfe anschließenden ambulanten Betreuung.
Die Familie lebt im Appartment relativ selbstständig, bis auf die mit dem Betreuungspersonal vereinbarten Kontaktzeiten. Diese Kontaktzeiten beginnen im täglichen Rhythmus mit dem Ziel einer schrittweisen Verringerung. Es erfolgt ein wöchentlicher Wechsel der betreuenden Personen. Die Arbeitsinhalte der Kontaktzeiten können wie folgt beschrieben werden:

  • Verlaufskontrolle der familiären Entwicklung
  • Vereinbarungen und Absprachen, Beratung
  • Ablaufbegleitung/Elterncoaching
  • Bei Bedarf Begleitung zu wichtigen Terminen oder Kontakten.

Die Familie bleibt weiterhin in der familientherapeutischen und pädagogischen Begleitung. In Absprache mit dem jeweiligen Jugendamt wird abschließend der Übergang in den eigenen Haushalt vorbereitet und begleitet.
Auch ohne diese Zwischenstation streben wir in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Jugendämtern eine gute Übergangslösung von der stationären Betreuung zum Leben in der Familie an. Das bezieht sich im wesentlichen auf die Formen einer direkten Nachbetreuung. In speziellen Fällen (besonders bei alkohol- und/oder psychisch kranken Eltern) bietet sich nach der Entlassung des Kindes aus unserer Einrichtung eine nochmalige ambulante Betreuung zur Stabilisierung der familiären Verhältnisse an, da im Rahmen der Erstbetreuung wesentliche Grundlagen gesetzt wurden, um relativ kurzfristig eine erneute Stabilisierung zu erreichen, um eine Wiederaufnahme zu vermeiden. Ist das nicht möglich, wäre auch eine Wiederaufnahme in solchen Fällen möglich.

Kontakt

Für Ihre Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit über die folgenden Kontakte zur Verfügung:

Fachlicher Leiter:   
Herr G. Gehring (Paar- und Familientherapeut/PP)
Tel. 51 59 14 – 43 (AB)
E-Mail: Gehring@jhk.ejf.de

Projektleiterin:  
Frau Beuster
Tel. 51 59 14 – 38
E-Mail: allesamt@jkh.ejf.de

Familienprojekt:   
Tel. 51 59 14 -38 oder -39

Allgemein Dr. Janusz Korczak-Haus:   
Tel.  51 59 14 - 0
Fax: 51 59 14 – 30
E-Mail: Korczak@ejf.de 

Aktuelle Termine

26.-28.05.2012 | 10-19 Uhr
Historisches Hoffest auf der Familienfarm Lübars

Sa. 09.06.2012 | 13-22 Uhr
Fest der Generationen in der Kindertagesstätte Bergfelde

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Päd. Betreuer/innen für neue Autismus-Wohngruppe im Korczak-Haus
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