Internat "Leben und Lernen" am Buckower Damm

Nach erfolgreichem Abschluss der Trägervertragsverhandlungen mit dem Land Berlin Ende August konnte das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk zum Beginn des Schuljahres 2009/2010 mit seinem Projekt „Leben und Lernen“ am Buckower Damm an den Start gehen. Das Projekt knüpft an die Tradition von Internaten an, d.h. die Jugendlichen wohnen dort von Sonntagabend bis Freitagnachmittag und werden ganztägig betreut.  

Im Zuge der ersten Bauetappe wurde in dem ehemaligen Kinderheim am Buckower Damm eine Wohnung (rund 210 Quadratmeter) in der zweiten Etage für acht Jugendliche geschaffen. Es stehen ihnen ein Einzelzimmer, vier Doppelzimmer, ein gemeinsames Wohnzimmer und eine Küche zur Verfügung. Zudem wurden der Eingangsbereich sowie das Treppenhaus renoviert. Für die Bauarbeiten hat das EJF 120.000 Euro investiert.   

Wie viele Plätze gibt es?

Zunächst werden acht Plätze angeboten, bei Bedarf ist eine Erweiterung auf 16 Plätze geplant. 

Welche Kinder und Jugendliche sind die Zielgruppe?

Der Schwerpunkt liegt auf Kindern und Jugendlichen im Alter von zwölf bis 15 Jahren, die „schuldistanziert“ sind, längere Zeit gar nicht mehr oder nur sehr unregelmäßig zur Schule gehen, oder aber mit den schulischen Anforderungen überfordert sind, häufig stören usw. Es handelt sich um Jugendliche, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung haben und in einer Regelschule nicht ausreichend gefördert werden können.
In Ausnahmefällen können in das Projekt auch Jugendliche aufgenommen werden, die aus anderen Jugendhilfeeinrichtungen kommen und auf die Reintegration in ihr bisheriges soziales Umfeld vorbereitet werden.
Mit dem Projekt sollen besonders auch Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund angesprochen werden. 

Was sind die Ziele des Projektes?

Ziele der Unterbringung im Projekt Leben und Lernen am Buckower Damm sind:

  • den Jugendlichen einen neuen Zugang zu Bildung und Erziehung zu ermöglichen
  • einen individuell bestmöglichen Schulabschluss zu erlangen
  • ihre individuelle emotionale und soziale Entwicklung zu fördern
  • eine Tagesstruktur zu erlernen und einzuhalten, die die schulische Förderung unterstützt
  • die Jugendlichen soweit zu fördern, dass sie wieder in ihren Herkunftsfamilien leben können, oder sie beim  Übergang in ein selbständiges Leben zu unterstützen  

Was ist das Besondere an diesem Projekt?

Das Projekt hat einen interkulturellen Ansatz und zeichnet sich durch eine enge Verzahnung von Bildung und Erziehung aus. Unter Berücksichtigung der kulturellen Hintergründe der einzelnen Jugendlichen wird die Bildungs- und  Erziehungsplanung wird sowohl von den Betreuern der Wohngruppe als auch von den Lehrern der Schule gemeinsam  vorgenommen. Darüber hinaus werden die Eltern besonders in das Projekt eingebunden.

Jugendhilfe (Jugendamt), Schule und ein Freier Träger arbeiten eng zusammen. Es gibt ein gemeinsames Aufnahmegremium, das darüber entscheidet, ob dieses Projekt für den jeweiligen Jugendlichen die passende Erziehungshilfe ist. Für Kinder und Jugendliche, die neu in das Projekt kommen, gibt es an der Schule an der Windmühle eine Aufnahmeklasse. 

Wie funktioniert das Projekt?

Die Jugendlichen werden von Sonntagabend bis Freitagnachmittag in der Wohngruppe wohnen und in der Regel in der „Schule an der Windmühle“ unterrichtet. In der Wohngruppe erlernen die Jugendlichen einen strukturierten Tagesablauf: Morgens aufstehen, regelmäßig Mahlzeiten einnehmen, zur Schule gehen, sinnvolle Freizeitbeschäftigung am Nachmittag, Nachtruhe. Am Nachmittag stehen Projekte auf dem Programm, die von den Jugendlichen nach Interesse gewählt werden  können, wie  handwerkliche Arbeiten, Sport, künstlerisch-musikalische Angebote, aber auch Gespräche über religiöse Themen sowie Therapie- und Beratungsangebote. Zudem werden mit jedem Jugendlichen individuelle Gespräche zur Tagesauswertung geführt. 
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist eine regelmäßige Beratung der Eltern.

Wer entscheidet über die Aufnahme von Jugendlichen in das Projekt?

Über die Aufnahme in das Schulwohnprojekt entscheidet ein Aufnahmegremium. Ihm gehören Vertreter des Jugendamtes, der Schule an der Windmühle und des Trägers, der EJF gemeinnützigen AG an.
Voraussetzung für die Aufnahme eines Jugendlichen in das Projekt ist, dass das Jugendamt einen Bedarf an Hilfe zur Erziehung feststellt.  

Wichtig: Es handelt sich um eine freiwillige Hilfe. Die Eltern und die Jugendlichen müssen zustimmen. Eltern und Jugendliche müssen zugleich Bereitschaft zeigen, mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Wohngruppe sowie der Schule zusammenzuarbeiten und bereit sein, deren Arbeit zu unterstützen.

Wie erfolgt die Betreuung?

Die Wohngruppe wird von einem multikulturellen Erzieherteam betreut. Rund um die Uhr ist mindestens eine pädagogische Fachkraft anwesend. Darüber hinaus werden Projekt bezogen unterschiedliche Fachkräfte wie Sporttrainer, Antiaggressionstrainer, Handwerker und Freizeitpädagogen mit den Jugendlichen an den Nachmittagen arbeiten.   

Was kostet ein Platz?

Ein Platz kostet rund 2.400 im Monat. Die Kosten für die Unterbringung übernehmen das unterbringende Jugendamt und die Eltern der Kinder entsprechend ihrer Einkommensverhältnisse.   

Ansprechpartnerin

Anita Potschka, Leiterin des Kinder- und Jugendhilfezentrums Neukölln

Tel. (030) 660 664-11

 

Aktuelle Termine

Fr. 27.08.2010 | 14 Uhr
10 Jahre Thomas-Fischer-Haus

Sa. 28.08.2010 | 12-17 Uhr
Schultütenfest auf der Familienfarm Lübars

Transparenzricht- linien des EJF

Aktuelle Jobangebote

Leiterin
für Integrationskindertagesstätte "Zwergenland" ab September gesucht weiter

Teamleitung und päd. Mitarbeiter/innen für neue Wohngruppe in Liepe gesucht weiter

Spenden an die EJF gemein-nützige AG

Öffentliche Mittel als Hilfen der Gemeinschaft reichen allein nicht aus. Es bedarf der zusätzlichen Unterstützung durch jeden Einzelnen. Informationen zu Spenden

Direkt spenden